Spot on me!: Das Leben und ich. von Vivien Danzi

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Wer bin ich, wenn das Licht auf mich fällt, und wer bin ich, wenn niemand hinsieht? In Spot on me! nimmt Alinta dich mit auf eine Reise durch das Leben. Zwischen Sinnsuche, Selbstfindung und einem kurzweiligen, ehrlichen und manchmal überraschend persönlichen Alltag. Es geht um Freundschaften, die tragen. Um Augenblicke, die verändern. Um das Leben, das uns manchmal anstupst – und manchmal überrascht. Ein Untertitel, der nicht nur beschreibt, sondern einlädt, sich in andere Rollen zu träumen und sein Leben wertzuschätzen.


Spot on me!: Das Leben und ich. von Vivien Danzi

Buchdetails

Buchkategorie/Genre: Sachbücher

Erschienen bei: Verlagshaus Schlosser

Taschenbuch

ISBN: 978-3-7581-0355-1
Seitenzahl: 134
Erscheinungsdatum: 19.08.2026
Preis: 12,90 EUR

Leseprobe

KAPITEL 1

MENSCHENSPRACHE

„Halt doch einfach die Fresse, du Schlampe!“
„Hast du etwas gesagt? Habe ich gar nicht gehört!“
„Platz da, ich sitze da!“
„Das ist meins, stell dich gefälligst hinten in der Schlange an.“
„Was fällt dir ein, mich so anzurempeln? Hast du mich etwa nicht gesehen, du Arsch!“
„Mit so jemandem wie dir teile ich nicht.“
„Was kannst du eigentlich? Nichts!“
„Geh besser dahin, wo du hergekommen bist. Bei uns musst du nie mehr anklopfen!“

Worte, die sich wie Schläge ins Gesicht anfühlen. Worte, die man nicht vergisst. Worte, die zeigen, wie Menschen manchmal, oder besser gesagt heutzutage, im sozialen Kontext immer häufiger miteinander umgehen, ganz ohne Rücksicht, ohne Wärme, ohne einen Moment des Nachdenkens. Und zwischen all dem stehen wir: Beobachter, Betroffene, Mitläufer, Widerständige. Jede*r mit seiner oder ihrer eigenen Lebensgeschichte, mit eigenen Wunden und eigenen Antworten auf diese Welt und auf eine ganz persönliche Art zu leben.

KAPITEL 2

LAUT VS. LEISE

Leise wie ein Fisch, laut wie ein Löwe – und doch sind beide einfach nur Tiere. So wie wir Menschen auch nur Menschen sind. Trotzdem scheint es, als hätte nicht jeder Mensch denselben Wert. Was im Tierreich selbstverständlich wirkt, ist bei genauerer Betrachtung alles andere als selbstverständlich. Ein Löwe erscheint mächtiger: größer, stärker, imposanter im Vergleich zu einem Fisch. Das ist zunächst einmal klar. Er wirkt überlegen, weil wir „Stärke“ oft mit Lautstärke verwechseln. Würde man das auf den Menschen übertragen, käme man zu dem Schluss, dass es von Natur aus lautere und leisere Menschen gibt. Doch kann man wirklich behaupten, dass extrovertierte Menschen mächtiger sind? Eher nicht.

Bei introvertierten und extrovertierten Menschen verhält es sich nämlich so: Sie denken anders, fühlen anders, reagieren anders. Doch in einer Gesellschaft, die Lautstärke belohnt und sogar einfordert, wird das Leise oft als Schwäche (miss)verstanden. Dabei ist es das gar nicht.
Ein 100-Euro-Schein macht das deutlich: neu oder zerknittert, sauber oder schmutzig, zertreten oder gefaltet – sein Wert bleibt stets derselbe. Und genau so ist es mit uns. Wir sind wertvoll. Alle. Und gleich viel wert. Unabhängig davon, wie sichtbar wir sind oder wie laut oder leise wir wirken.
In unserer Gesellschaft werden die Leisen jedoch oft nicht nur überhört, sondern regelrecht übersehen. Nicht, weil sie weniger zu sagen hätten, sondern weil wir gelernt haben, Aufmerksamkeit mit Lautstärke zu verwechseln. Wer sich zurücknimmt, wer nachdenkt und seine Worte und Ansichten abwägt, bevor er spricht, wer nicht drängt, sondern beobachtet, der fällt im Lärm der Welt leicht durch das Raster.
Das Problem ist nicht der einzelne Mensch, sondern ein System, das Sichtbarkeit belohnt und Stille benachteiligt. In Schulen melden sich die Lauten zuerst. In Unternehmen setzen sich die Durchsetzungsstarken durch. In Gruppen bestimmen jene den Ton, die ihn am lautesten anschlagen. Die Leisen dagegen gelten schnell als unauffällig, unambitioniert oder gar schwach – obwohl sie oft diejenigen sind, die am tiefgründigsten denken, am sorgfältigsten handeln und am zuverlässigsten tragen.

Diese Unsichtbarkeit hat Folgen: Wer ständig übergangen wird, beginnt irgendwann, an seinem eigenen Wert zu zweifeln. Und eine Gesellschaft, die nur die Lauten hört, verliert die Hälfte ihrer Stimmen – und damit die Hälfte ihrer Möglichkeiten.
Im Tierreich herrschen klare Strukturen. Eine Galloway-Herde folgt einem Bullen, umgeben von Kühen. Im Frühling kommen die Kälber zur Welt – ein immer wiederkehrendes Geschenk. Taucht ein zweiter Bulle auf, wird die Rangordnung geklärt: kraftvoll, eindeutig und ohne Hintergedanken. Der Stärkere setzt sich durch, der Schwächere muss weichen. So funktioniert Natur.

Autoren-Infos

Name:
Vivien Danzi

Autorenvita:
Vivien Danzi absolvierte 2024 ihr Abitur und engagierte sich anschließend im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres in der Sporttherapie eines Klinikums. Im September 2025 sammelte sie zudem internationale Erfahrungen bei ihrer Tätigkeit in einer Preschool auf Hawaii. Seit Oktober 2025 studiert sie Lehramt für die Sekundarstufen I und II.

Mit ihrem Buch „Spot on me“ tritt sie nun auch als Autorin in Erscheinung.

Social Media:
Instagram: @turtle.2449274

Kurzlink zur Buchvorstellung: https://buecherversum.de/mybn

Bücherversum

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