Skinmark: Ein Reed & Cooper Thriller von Jen Thorn

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Los Angeles verschluckt Menschen.
Manche tauchen wieder auf – selten lebendig, zu oft tot.

So wie vermisste Personen für Detective Samantha Reed Alltag sind, sind es Leichen für Lieutenant Dean Cooper. Zwei Divisionen, zwei beste Freunde – bis die Spuren beginnen, sich zu überschneiden.
Was als Routine beginnt, entwickelt sich zu einem Netz aus Vermisstenfällen und Folteropfern, das tiefer reicht, als beide zunächst glauben. Je näher sie der Wahrheit kommen, desto mehr gerät ihr eigenes Leben aus dem Gleichgewicht.
Während sie versuchen, die Zusammenhänge zu entwirren, werden ihre Schritte längst aus den Schatten gelenkt.

Manche Monster entstehen nicht in deinen Albträumen.
Sie verwandeln dein Leben in einen.

SKINMARK – Ein düsterer Thriller über Gewalt, Verrat und die Frage, wie viel man bereit ist für die Wahrheit zu opfern.

Buchdetails zu Skinmark: Ein Reed & Cooper Thriller

Buchkategorie/Genre: Thriller

Erschienen bei: tredition GmbH, Amazon KDP

Gebundene Ausgabe

ISBN: 978-3-384-99408-0
Seitenzahl: 527
Erscheinungsdatum: 29.10.2026
Preis: 24,99 EUR

Taschenbuch

ISBN: 979-8-194382-88-0
Seitenzahl:
Erscheinungsdatum: 29.10.2026
Preis: 16,99 EUR

E-Book/Kindle Ausgabe

ASIN: B0HLWGHCQD
Erscheinungsdatum: 29.10.2026
Preis: 4,99 EUR

Leseprobe von Skinmark

Prolog
Vor 2 Jahren

Die Nacht lag wie ein riesiges, erdrückendes Leichentuch über der Stadt. Zwischen den alten Lagerhallen blieb das fahle Licht vereinzelter Straßenlaternen in Pfützen stehen, ohne die Dunkelheit zu vertreiben. Der Geruch von abgestandenem Wasser, Öl und verrottendem Müll hing in der Luft. Irgendwo klapperte Blech im Wind und in der Ferne heulte ein Hund.
Sie wusste nicht, wie spät es war. Nicht einmal welcher Tag heute war.
Es gab keine Fenster, nur nackte Glühbirnen, die von der Decke baumelten und in unregelmäßigen Abständen flackerten. Ihr kaltes Licht ließ den feuchten Betonboden schimmern und warf lange Schatten zwischen rostige Stahlträger und aufgestapelte Holzkisten.
Sie hob den Kopf ein Stück und ein stechender Schmerz fuhr ihr in den Nacken. Die Kabelbinder um ihre Handgelenke hatten sich längst tief in die Haut geschnitten und Taubheit kroch ihre Finger hinauf.
Sie zwang sich, ruhig zu atmen.
Um sie herum saßen Frauen dicht an dicht auf dem Boden. Manche hatten die Knie angezogen und starrten regungslos ins Leere. Andere weinten. Gezeichnet von Schlägen und Tritten, die Kleidung zerrissen und schmutzig, die Armbeugen blau und entzündet von unzähligen Nadelstichen.
Niemand sprach, denn niemand wagte es.
In einem anderen Bereich der Halle saßen Kinder. Alte Kisten und Paletten standen dazwischen und erschwerten die Sicht zu ihnen. Trotzdem suchte sie die Reihen ab, konnte ihre Tochter aber nicht ausmachen.
Wo war ihr kleines Mädchen?
Schwere Stiefel hallten über den Beton und sie senkte den Blick. Drei Männer gingen langsam zwischen den Reihen hindurch, Sturmhauben verdeckten ihre Gesichter und Sturmgewehre hingen locker über ihren Schultern. Jeder von ihnen wirkte entspannt, fast gelangweilt. Einer blieb stehen, packte eine Gefangene am Kinn und drehte ihren Kopf nach links und rechts.
Ihr Magen zog sich zusammen.
Nicht hinsehen. Nicht auffallen.
Ein dumpfer Schlag ließ sie zusammenzucken. Ein Gewehrkolben traf eine Schwarzhaarige zwischen die Schulterblätter. Die junge Frau verlor das Gleichgewicht und stürzte auf den Beton. Sie keuchte, versuchte sich aufzurichten, doch der nächste Tritt drückte sie wieder zu Boden.
»¡Vamos!«, brüllte einer der Männer. »Beweg dich, maldita puta!«
Die junge Frau blieb am Boden. Niemand half ihr. Alle anderen hielten die Köpfe gesenkt und pressten die gefesselten Hände gegeneinander.
»Steh auf, pedazo de mierda!«, befahl der Mann. Seine Hand schloss sich um ihren Oberarm. Er wartete, bis sie vergeblich versuchte, allein aufzustehen, dann riss er sie hoch. Sie hing einen Moment in seinem Griff, ihre Knie zitterten und Blut rann ihre nackten Beine hinab. Er stieß sie vorwärts.
Das metallische Kreischen des Hallentors durchschnitt das Wimmern und Weinen. Kalte Luft strömte herein und ließ die Glühbirnen leicht hin und her schwingen. Kurz verdrängte sie den stickigen Geruch nach Schweiß, Schimmel und Blut. Draußen warteten zwei weiße Transporter. Schmutzig, verbeult, fensterlos. Die Hecktüren standen offen.
Wohin würde man sie bringen?
Ein Mann trat mit einem Klemmbrett in die Mitte der Halle. Er blätterte durch mehrere Seiten, zog einen Kugelschreiber aus der Jackentasche und sah zu den Bewaffneten auf.
»Erst die Frauen«, sagte er in gemessenem Ton. »Dann die Kinder.« Es war ein Tonfall, in dem andere eine Bestellung aufgaben.
Zwei Männer packten die erste Frau unter den Armen und zogen sie zum Ausgang. Sie leistete keinen Widerstand. Eine andere begann leise zu weinen. Der Mann mit dem Klemmbrett beachtete es nicht weiter, sondern hakte sie auf der Liste ab.
Immer mehr Frauen wurden aus der Halle geschoben. Obwohl sich die Reihen lichteten, konnte sie ihre Tochter nicht ausmachen.
War sie noch in einer der Zellen?
Hatte man sie zuvor bereits an einen anderen Ort gebracht?
Von oben erklangen Schritte und sie hob vorsichtig den Blick. Auf der schmalen Galerie stand ein Mann in einem dunklen Mantel. Seine Hände ruhten locker auf dem Geländer. Während unten seine Arbeiter schrien und fluchten, beobachtete er schweigend das Geschehen. Er prüfte eine Reihe nach der anderen, verharrte aber bei keiner der Frauen.
Schließlich hielt er einen Bewaffneten an und fragte: »Warum ist die Ware noch nicht vollständig verladen?« Seine Stimme war weder laut noch drohend, trotzdem bewegten sich alle schneller.
Frauen wurden hochgerissen, weitergeschoben und gezählt. Zahlen wurden zugerufen, Türen zugeschlagen und ein Motor sprang draußen an und verstummte wieder. Wenn die Transporter losfuhren, würde jede Spur verschwinden. Niemand würde sie jemals finden. Sie würde ihre Tochter nie wiedersehen.

Autoren-Infos

Name:
Jen Thorn

Autorenvita:
Jen Thorn hat eine Schwäche für Menschen mit dunklen Geheimnissen. Zumindest auf dem Papier.

In ihren Geschichten treffen menschliche Abgründe auf kompromisslose Spannung, bissige Dialoge und Charaktere, die selten unbeschadet davonkommen. Sie schreibt über Schuld und Moral, über Loyalität und Verrat und über die Frage, was von einem Menschen übrig bleibt, wenn ihm alles genommen wird.

Ihre Storys sind rau, emotional und manchmal unbequem. Denn das Böse trägt nicht immer eine Maske. Manchmal begegnet es uns mit einem freundlichen Lächeln.

Mit SKINMARK eröffnet sie eine Thrillerwelt, in der Verbrechen Spuren hinterlassen und Überleben nicht zwangsläufig bedeutet, gerettet zu sein.

Webseite:
www.jen-thorn-autorin.de

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