Stuttgart – wenn das Licht ausgeht: Erst fällt die Ordnung. Dann entsteht das Neue. von Paco Bay

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Der Auftakt zur UNTER-WIND-Reihe — jeder Band ein abgeschlossener Fall.
Chronologisch ist dies Band 8. Wir bringen ihn zuerst, weil sein Szenario keine acht Jahre warten kann: Es ist längst Gegenwart. Die Vorgeschichte — Band 1 bis 7 — erscheint ab dem 15. Oktober 2026. Einsteigen kannst du hier. Jetzt.

ERST FÄLLT DIE ORDNUNG. DANN ENTSTEHT DAS NEUE.

Stuttgart, ein Morgen im März. Das Licht geht aus – und kommt nicht wieder. Kein Strom, kein Netz, keine Antwort. Und alle handeln, als wäre der Krieg längst da. Kein Blackout. Ein Schwarzer Schwan – das Ereignis, mit dem niemand rechnet und nach dem nichts mehr ist, wie es war.

Während Paul und seine ehemalige Polizeikollegin um ihre Zukunft kämpfen, ringen im Dunkeln zwei Mächte. Beide bieten das Überleben. Die eine will jeden Menschen kontrollieren. Die andere will, dass alle frei bleiben. Paul und Maxi stehen mittendrin – gejagt, bevor sie begreifen, von wem.

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Buchdetails

Buchkategorie/Genre: Thriller, Postapokalypse, Dystopie

Buchreihe: Band 8, dennoch der Auftakt der Reihe

Buchtrailer: https://www.youtube.com/@paco-bay

Erschienen bei: Amazon KDP

Gebundene Ausgabe

ISBN: 979-8187409204
Seitenzahl: 456
Erscheinungsdatum: 15.07.2026
Preis: 24,90 EUR

Kindle Ausgabe

ASIN: B0H8YNGVPF
Erscheinungsdatum: 15.07.2026
Preis: 6,99 EUR

Leseprobe

Die Treppe zur S-Bahn-Station war der Eingang in eine andere Welt. Oben: Licht, Wind, der Geruch von Sauerteig, ein Geruch, der von den Stuttgarter Brauereien in Intervallen in der
Innenstadt verteilt wird, und den Abgasen. Unten: kaltes Licht, stehende Luft, der Geruch von altem Gummi und menschlicher Ungeduld.

Paul trabte die Stufen runter und tauchte ein in das, was Stuttgart am Morgen ausmachte: fünfhunderttausend Menschen, die gleichzeitig irgendwohin mussten und gleichzeitig
nirgendwo ankommen wollten. Sie standen an den Gleisen, die Handys vor den Gesichtern wie Schilde, die sie vor der Welt schützten, die direkt vor ihnen lag.

Alle in ihrer Blase. Jeder einzelne von ihnen lebt in einer Welt, die vierzehn Zentimeter hoch ist und sieben breit. Das ist das Display. Das ist ihr Fenster. Was außerhalb ist, existiert
nicht, solange das Display leuchtet. Und wenn das Display aufhört zu leuchten – dann existiert plötzlich gar nichts mehr.

Hinter ihm, auf der Treppe, zwei Typen in Anzügen. Der eine trug einen Laptop-Rucksack, der aussah, als hätte er ihn bei einer Beratungsfirma als Willkommensgeschenk bekommen.
Der andere hatte Airpods im Ohr und sprach in sein Handy, laut genug, dass der halbe Bahnsteig mithörte, leise genug, dass er sich für diskret hielt.

„Ich war gestern auf der A5”, sagte Laptop-Rucksack. „Mann, da waren Kolonnen von Militärfahrzeugen. Wie im Krieg!”

„Ach ja?” Airpods nahm kurz einen Stöpsel raus. „Erinnert mich an Indonesien. Da war das auch so, überall Militär auf den Straßen.” Kurze Pause. „By the way, da wollte ich doch noch
nach Urlauben schauen. Weißt du noch dieses Resort auf Bali?”

„Ja! Das mit dem Infinity Pool und direktem Blick aufs Meer!”

Militärkonvois auf der A5. Und im nächsten Atemzug Bali mit Infinity Pool. Wenn das Kommunikation ist, dann gehe ich lieber Kotzen. Die Konvois sind real – die A5 verbindet
Karlsruhe mit den Kelley Barracks in Möhringen, Africom-Hauptquartier, NATO-Logistik-Hub. Die Konvois sind Routine. Anwohner filmen sie und posten sie auf TikTok, als wäre das
Entertainment. Was keiner versteht: Die Konvois sind nicht das Problem. Wenn sie aufhören – wenn eines Morgens keine Konvois mehr fahren, weil die Barracks auf Lockdown sind – dann ist das das Problem.

Aber das kann Laptop-Rucksack nicht wissen. Und Airpods interessiert es nicht. Für die ist die Welt ein Buffet: Man nimmt sich, was schmeckt, und den Rest lässt man stehen. Und wenn
das Buffet leer ist, beschwert man sich beim Management. 

Paul lehnte sich an eine Säule. Die Anzeigetafel über dem Gleis flackerte – drei Minuten bis zur nächsten S-Bahn. Die Anzeige war gelb auf schwarz, die Schrift leicht undeutlich, und
irgendwann in den letzten Monaten hatte Paul angefangen, sich zu fragen, ob die Anzeigetafeln überhaupt noch von jemandem wahrgenommen werden oder ob die Stadt
darauf setzte, dass die Leute sowieso auf ihre Handys schauten.

Was, wenn die Anzeige dunkel bleibt? Was, wenn die S-Bahn nicht kommt? Was, wenn die Handys kein Netz mehr haben? Was tun fünfhunderttausend Pendler, wenn das Display aus
ist und die Welt plötzlich sieben Zentimeter breiter wird als sie es gewohnt sind?

Die Bundestags-Studie hat es vorgerechnet. 2010. Etliche Jahre her. Ein zweiwöchiger Blackout bedeutet den Kollaps der gesamten Gesellschaft. Nach wenigen Tagen ist die
Versorgung nicht mehr sicherstellbar. Staat kann grundgesetzliche Schutzpflicht nicht mehr erfüllen. Lang ist’s her. Und seitdem?

Seitdem hat jemand fünfzehntausendfünfhundert Mal ins Stromnetz eingreifen müssen, um es stabil zu halten. In einem einzigen Jahr. Vor zwanzig Jahren waren es fünf Eingriffe. Fünf.

Aber klar. Bali. Infinity Pool. Alles gut.

Die S-Bahn fuhr ein. Türen auf. Gedränge. Paul ließ die erste Welle durch – Instinkt, nicht Höflichkeit. Man stieg nicht in eine Menge ein, wenn man nicht wusste, was drin war. Das
hatte er gelernt, und er hatte es nie verlernt, auch wenn der Kontext sich geändert hatte.

Er stieg ein. Fand einen Stehplatz an der Tür. Hielt sich am Griff fest. Die Bahn fuhr an, glitt durch den Tunnel, und die Welt schrumpfte auf das Innere eines Waggons, der nach
Desinfektionsmittel und Resignation roch.

Neben ihm stand eine Frau, Ende sechzig, die eine Einkaufstüte mit Konserven trug. Nicht drei oder vier, sondern zehn, fünfzehn Dosen. Die Tüte hing durch wie ein müder Sack. Die
Frau sah nicht aus wie jemand, der in Panik einkaufte. Sie sah aus wie jemand, der leise vorsorgte, ohne darüber zu reden. Wie jemand, der das schon einmal erlebt hatte oder
wenigstens davon gehört hatte – von Eltern, Großeltern, Menschen, die wussten, dass der Supermarkt nicht immer da war.

Die hat einen Vorrat zu Hause. Die hat wahrscheinlich eine Taschenlampe, Kerzen und Wasser für drei Tage. Die hat das gemacht, was das Bundesamt empfiehlt und was Thomas
um drei Uhr nachts als Witz gepostet hat. Die lacht nicht. Die bereitet sich vor. 

Und alle anderen in diesem Waggon halten sie wahrscheinlich für verrückt.

Über die Autoren

Name:
Paco Bay

Autorenvita:
Paco Bay ist das gemeinsame Pseudonym von Maximilian Mitera und Britta M. Scholz. Mitera, Hauptkommissar seit 1992, bringt über dreißig Jahre Erfahrung in Spezialeinheiten und
Nachrichtendiensten ein, mit Einsätzen gegen organisierte Kriminalität bis zum internationalen Terrorismus. Scholz, promovierte Kommunikationswissenschaftlerin, ergänzt dies mit ihrer
Expertise im Journalismus, der Radikalisierungsprävention und der taktischen Medizin. Sie hat für den KLHE-Verlag eine Reihe von Büchern lektoriert. Gemeinsam entwickelten sie die ROMI-Methode® für Pre-Profiling und Bedrohungsmanagement (KLHE, 2020), die ihre Arbeit prägt. Mitera lebt in Deutschland, Scholz in Italien.

Webseite:
www.paco-bay.de

Social Media:
Instagram: @pacobay1
Facebook: @PacoBay1
X: www.x.com/pacobay
YouTube: https://www.youtube.com/@paco-bay

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