Zugvögel des Jaguars von Josh Hart

Als die junge Leilany am Strand ihrer Heimat Panama den Ruf der Götter hört, ahnt sie nicht, dass dieser Abend ihr Leben für immer verändern wird. Das uralte Ritual Daka-Daku bestimmt sie und ihren Geliebten Keiran zu „Suchern“ – Auserwählten, die ihre Heimat verlassen müssen, um das Gleichgewicht ihres Volkes wiederherzustellen.
Getrennt voneinander brechen sie auf – Leilany in die weite Welt, Keiran in ein Schicksal, das ihn weit über die Grenzen des Dschungels hinausführt. Beide folgen Spuren, die zwischen Mythen und Moderne verlaufen, zwischen Liebe, Verlust und der Suche nach sich selbst.
„Zugvögel des Jaguars“ ist eine bildgewaltige Reise von der Karibik bis nach Amerika, von uralten Göttern bis in die Gegenwart – ein Roman über Mut, Freiheit und die unzerbrechliche Verbindung zweier Seelen, die selbst Ozeane nicht trennen können.

Zugvögel des Jaguars von Josh Hart

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Buchdetails

Buchkategorie/Genre: Jugendbücher

Gebundene Ausgabe

ISBN: 978-3758102110
Seitenzahl: 240
Verlag: Verlagshaus Schlosser
Erscheinungsdatum: 09. Dezember 2025
Preis: 24,90 Euro

E-Book

ISBN: 978-3758163562
Verlag: Verlagshaus Schlosser
Erscheinungsdatum: 09. Dezember 2025
Preis: 11,99 Euro

Über den Autor

Name des Autors:
Josh Hart

Mehr Informationen zum Autor:
Josh Hart ist ein deutscher Autor Jahrgang 1984. Geboren in Nordrhein-Westfalen verbrachte er die
meiste Zeit seines Lebens im Westerwald und zieht Inspiration und Energie aus der Idyle des ländlichen
Lebens. Mit „Zugvögel des Jaguars“ erscheint 2025 sein erster Roman.

Leseprobe

Strand der Götter
Während Leilany den Strand hinuntergeht, schaut sie auf ihre Füße im Sand, der fein und weich ihre Zehen wie warmes Wasser umschließt. Die untergehende Sonne ist noch immer so hell, dass sie nicht nach oben blicken kann, ohne geblendet zu werden. Leilany geht dennoch zügig und sicher auf die Wellen zu. Nicht verwunderlich, sie ist diesen Weg über den weiten Strand schon hunderte Male gegangen, und jeder von Sand, Wasser und Wind geformte Fels am Rande des Weges kann eine Geschichte von ihr erzählen. Auf vielen hat sie gesessen, auf so manchem sprang sie herum, auf den ein oder anderen fielen auch ihre Tränen, aber die meisten der Steine hier kennen nur ihr Lachen und ihre jugendliche Lebensfreude. Jede Palme hier hat Leilany schon als Kind erklommen – und doch schafft es dieser magische Ort immer wieder auf neue Art und Weise, das Feuer in Leilanys Herz anzufachen.
Leilany bleibt stehen und ihre langen, dunklen Wimpern verdecken die halb geschlossenen Augen, die hellblau und schneeweiß funkeln. Sie hält die Hand vor die Sonne, die heute ungewöhnlich kraftvoll strahlt. Vor ihr liegt der schönste Ort der Welt. Ein Strand in der Karibik, ein Strand in Panama.
Die nächsten Minuten sind für Leilany die schönsten des Tages. Die nun tief stehende Sonne erzeugt ein Farbenspiel, das an Facettenreichtum und Energie kaum zu übertreffen ist. Es scheint beinahe so, als versuche die Sonne, den Menschen, Tieren und Pflanzen ein Abschiedsgeschenk zu machen, weil Dunkelheit und Kälte der Nacht unaufhaltsam herannahen. Als eine direkte Nachkommin der schon seit Menschengedenken hier lebenden Kuna-Indianer kann Leilany ganz besonders gut solche Momente mit allen Sinnen erleben.
»Strand der Götter«, sagt sie leise in der Sprache ihrer Vorfahren und setzt sich behutsam direkt vor die Brandung. Für hier und heute die perfekte Stelle. Das pulsierend herannahende Wasser erreicht Lei8 lany, berührt sie jedoch nicht. Das Meer stoppt regelrecht und strömt rechts und links von ihr weiter den Strand hinauf. Von oben betrachtet sieht es so aus, als wage es das Meer nicht, Leilany zu berühren, um dieses wunderschöne Geschöpf nicht zu vertreiben. Die Sonne, das Meer, der Strand – sie alle brauchen jemand, der die Energie dieses Schauspiels aufnehmen kann. Und Leilany genießt es in vollen Zügen.
So weit sie sich zurückerinnern kann, kommt sie so oft wie möglich zu dieser besonderen Stunde an genau diesen einen Ort.
Sie wartet auf den einen Moment, diesen einen, in dem Sekunden zur Unendlichkeit werden. Diesen besonderen Moment, den sie schon immer kommen spürte. Es ist dieser Augenblick, in dem die Luft zu stehen scheint. Dieser feine Moment, an dem die Natur in Perfektion innehält und sich der Wind dreht, vom Meer aufs Festland. Kaum spürbar und oft überlagert von anderen Dingen ist es nur wenigen Menschen vorbehalten, diese Sekunde der Ruhe überhaupt zu bemerken. Physikalisch betrachtet, unspektakulär. Es ist die Folge des sich im Vergleich zum Festland langsamer abkühlenden Meerwassers, was nach Sonnenuntergang zum Wechsel der Windrichtung führt. In der Vorstellung der Kuna-Indianer spielt die Physik keine Rolle. Für sie ist es das Meer, das ihnen Lebensenergie spenden möchte.
Es kann nicht mehr lange dauern. Noch spürt Leilany den Wind auf ihrem Rücken. Sie nimmt sich eine Hand voll Sand und lässt ihn langsam durch die Finger rinnen. Noch bevor ein Korn den Boden berührt, werden die dünnen Fäden vom Wind zerstäubt und sanft aufs Meer hinausgetragen. Die letzten Sonnenstrahlen des Tages lassen ihn dabei wie Goldstaub aussehen, und mit ihm verschwindet die Sonne am Horizont und zieht auch die letzten und schönsten ihrer Strahlen mit sich.
Nur noch ein Atemzug und der Moment, auf den sie wartet, ist da. Der Wind steht. Die Zeit vergeht jetzt wie in Zeitlupe. Das eben noch rauschende Meer verstummt für einen Augenblick. Selbst die Vögel in den Palmen hinter Leilany hören kurz auf zu singen. Vielleicht spüren sie es ja auch. Ab und zu und so auch heute läuft ihr in dieser herrlichen Stille ein angenehmer Schauer über den Rücken und auf den Armen bekommt sie Gänsehaut. Alle Härchen stellen sich auf. Nicht nur Leilanys Geist ist hellwach – auch ihr Körper ist es. Sanft und kaum spürbar dreht der Wind und streicht ihr das Haar aus dem Gesicht.
Es fühlt sich genauso an, wie es ihre Mutter früher oft machte, und so zaubert das Meer ein Lächeln auf Leilanys hübsches Gesicht. Nun ist es die Nacht, die eine Weile hier wachen darf. Es fällt Leilany immer wieder schwer, sich von diesem Ort zu trennen, und so bleibt sie noch eine Weile im Sand sitzen, bevor sie sich auf den Weg ins Nachbardorf macht.
Alle Dörfer des Stammes liegen in unmittelbarer Nähe zum Strand, und da es bereits dunkel geworden ist, sieht Leilany schon von Weitem die Fackeln, die das Dorf erhellen. Seit Kurzem gibt es einen kleinen Streit unter den Bewohnern, ob die Fackeln nicht gegen Elektrolaternen ausgetauscht werden sollten. Völlig undenkbar für Leilany.

Der Verlag

Webseite: verlagshaus-schlosser.de
Instagram: @verlagshausschlosser
Facebook: www.facebook.com/VerlagshausSchlosser

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