Ungeahnte Nähe: Laurenz und Timo von Martina Kurfürst

  • Lesedauer:5 Min. Lesedauer
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare

Marcel ist tot.

Nicht nur das geht nicht in Timos Kopf, sondern auch die Tatsache, dass er verdächtigt wird, seinen Ex-Freund getötet zu haben. Seit einer Woche sitzt er nun in Untersuchungshaft und es scheint, als hätten ihn alle vergessen. Die Einzigen, die sich für ihn interessieren sind seine Mitinsassen und das leider nicht im positiven Sinne. Seit sie mitbekommen haben, dass Timo schwul ist, stellen sie ihm nach. Es kommt zu einem Übergriff und Timo wacht übel zugerichtet im Krankenhaus auf. Sieben Tage Schonfrist hat er, bevor er wieder zurück in den Knast muss. Doch dann steht unverhofft Laurenz von Thalbach in seinem Krankenzimmer ‒ sein neuer Anwalt und vielleicht seine Chance mit einem blauen Auge aus der Sache rauszukommen.

Während Laurenz Beweise für Timos Unschuld sucht, entwickelt sich eine spürbare Anziehung zwischen den beiden. Aber er ist Timos Anwalt und eine Liaison zwischen ihnen ist keine Option.

Bis es erneut zu einem Zwischenfall kommt.

ungeahnte nähe laurenz und timo von martina kürfürst

Buchdetails

Buchkategorie/Genre: Gay & Queere Bücher, Krimi, Thriller & Drama, Liebe, Romantik & Erotik

Erschienen bei: Tredition, Amazon

Taschenbuch

ISBN: 978-3384931818
Seitenzahl: 278
Erscheinungsdatum: 07.08.2026
Preis: 15,99 EUR

Kindle Ausgabe

ASIN: B0H9J2N285
Erscheinungsdatum: 07.08.2026
Preis: 3,99 EUR

Leseprobe

LAURENZ

Warum war ich eigentlich Strafverteidiger geworden? Ich hasste Anzüge, Krawatten und weiße Hemden und am allermeisten die Hemden zu bügeln. Jaja, ich hätte natürlich auch einfach in der Villa meiner Eltern wohnen bleiben können und Lisa, unsere gute Fee, hätte auch weiterhin für glatte Hemden gesorgt. Doch nach meinem Coming out war die Stimmung in der elterlichen Residenz um ein paar Grad gesunken. Nicht, dass meine Eltern etwas gegen queere Menschen hatten. Im Gegenteil, sie setzen sich sogar aktiv für sie ein. Aber das der eigene Sohn auch Männer liebte, war dann irgendwie doch wieder etwas anderes. Am meisten getroffen hatte sie wohl, dass es keinen Stammhalter derer von Thalbach geben würde. Pfft. Also ob das so wichtig wäre. Meine große Schwester hätte bei ihrer Hochzeit ja auch einfach ihren Mädchennamen behalten können. Aber nein, da wurde ebenfalls klassisch der Name des Mannes angenommen. Jetzt hieß sie Schmitt.
Ich musste lachen. Natürlich hatte Verena das auch nur getan, um unsere Eltern etwas von ihrem hohen Ross herunterzuholen.
Immerhin hatten wir beide mit unserer Studienwahl die nächste Generation der Kanzlei gesichert und erneut erwischte ich mich bei der Frage, ob ich als Schreiner oder Bäcker nicht vielleicht glücklicher wäre. Ich horchte in mich hinein, während das Bügeleisen weiter über das weiße Hemd glitt. Nein, eigentlich war ich schon richtig in meinem Job. So manch einen hatte ich bereits vor dem Strafvollzug bewahrt. Leider auch den ein oder anderen, der es eigentlich verdient hätte, hinter schwedischen Gardinen zu versauern. Das wiederum war der Wermutstropfen, der mir oft sauer aufstieß. Ich hatte eine recht gute Erfolgsquote, auch wenn das der ein oder andere Kollege in der Kanzlei anders sah.
Ich warf einen Blick auf die Uhr und fluchte. Durch meine Grübelei hatte ich wertvolle Zeit verloren, aber immerhin war das Hemd jetzt spiegelglatt. Ich zog den Stecker aus der Dose und stellte das Eisen hochkant, damit es abkühlen konnte. Bevor ich mich nun anzog, eilte ich noch einmal schnell in das kleine Bad. Zähne putzen, meine straßenköterblonden Haare mit Wachs stylen und Kontaktlinsen einsetzen. Eine kleine Deowolke umgab mich, als ich zurück ins Schlafzimmer eilte, um mich fertig anzuziehen. Zehn Minuten später zog ich die Wohnungstür in der dritten Etage des Bonner Altbaus ins Schloss.

In der Kanzlei wurde ich bereits erwartet, mein Vater zog die Stirn kraus und warf einen bedeutsamen Blick auf seine Uhr, sagte aber nichts zu meiner Verspätung. Kommentarlos hielt er mir die Tür zu unserem Besprechungsraum auf, in dem alle anderen sich bereits versammelt hatten.
Verdammt. Ich war wieder einmal negativ aufgefallen.
Mit knapp neunundzwanzig war ich der Jüngste in der Kanzlei und stand gefühlt ständig unter Beobachtung. Möglichst unauffällig steuerte ich den Stuhl neben meiner Schwester an und ließ mich hineinfallen. Kurz drückte Verena meine Hand unter dem Tisch und murmelte etwas von kurzfristiger Terminverschiebung.
Toll. Das war doch sicher wieder auf den Mist von Karl, einem der Partner, gewachsen, der meist sowieso mehr auf dem Golfplatz als in der Kanzlei anzutreffen war. Warum mein Vater die Partnerschaft überhaupt noch aufrecht erhielt war mir ein Rätsel, aber irgendeinen mir unbekannten Grund würde es wohl dafür geben.
„Da wir nun endlich vollständig sind.“ Mein Vater konnte sich die Spitze nicht verkneifen. „Kommen wir zum eigentlichen Grund dieses Termins. Ich habe euch zusammengerufen, weil unser allgemein sehr geschätzter Kollege Karl Lamprecht in Kürze sein Sabbatical antreten wird und wir dementsprechend die noch offenen Fälle umverteilen müssen.“
Erstaunt sah ich meine Schwester an, in deren Gesicht ebenfalls Überraschung stand. Ebenso in den Mienen der zwei anderen Partner. Es war ja nicht so, als würden wir anderen Däumchen drehen. Ich setzte bereits zu einer Frage an, aber der Blick, den mein Vater mir zuwarf, brachte mich zum Schweigen. Wider Erwarten war dieser jedoch nicht befehlend oder wie gewohnt herrisch, sondern bittend, fast flehend. Irgendetwas war hier im Busch. Also klappte ich den Mund wieder zu und versuchte, dem Meeting weiter zu folgen. Immer noch beschäftigte mich der Blick meines Vaters, den ich so einfach nicht kannte.
„… und Laurenz, das wirst du übernehmen.“
Fuck! Jetzt hatte ich nicht zugehört. Die dünne Akte rutschte über den polierten Eichentisch auf mich zu und ich zog sie zu mir.
„Bist du sicher?“, ergriff meine Schwester das Wort.
Irritiert sah ich zu Verena, die ihre Stirn runzelte. Warum das?
Sie begegnete nur kurz meinem Blick und wandte sich wieder an unseren Vater. „Ich meine, Lauri ist gut, aber Mord?“
Mord?! Mir lief es kalt den Rücken hinunter.

Über die Autorin

Name:
Martina Kurfürst

Autorenvita:
Martina Kurfürst ist in der Nähe von Düsseldorf aufgewachsen, und hat einige Jahre in Hessen gewohnt. Seit 2013 wohnt sie mit ihrer Familie in einem kleinen Ort am Rand zur Eifel. Ihre Liebe zu Büchern begleitet sie bereits seitdem sie lesen kann. In ihrer Freizeit schreibt oder fotografiert sie, näht, oder ist in ihrem Garten.

Webseite:
www.martinakurfuerst.de

Social Media:
Author Central: @martina-kurfuerst
Instagram: @martina.kurfuerst

Jetzt kaufen bei …

ungeahnte nähe laurenz und timo von martina kürfürst

Kurzlink: https://buecherversum.de/96b3

Über diese Buchwerbung

Urheberrecht: Die auf dieser Webseite veröffentlichten Inhalte und Werke unterliegen dem Urheberrecht und wurden mit der Genehmigung des jeweiligen Rechteinhabers auf dieser Seite veröffentlicht.
Links: Die Links auf dieser Website sind u. a. Werbelinks (Affiliate-Link), die auf die Buchseite des jeweiligen Online-Shops führen können. Es ist davon auszugehen, dass jeder Link ein Affiliate-Link ist oder sein kann. Den Nutzern entstehen dadurch keinerlei Nachteile.

Schreibe einen Kommentar

vierzehn + vier =