Sonntagmorgens in der Provinz: Geschichten vom Fußballplatz von R. E. Brosa

In der Provinz wird noch richtiger Fußball gespielt. Und das am Sonntagmorgen, jeden Sonntagmorgen. Und meistens sind es Heimspiele, was zum einen den örtlichen Pfarrer dieser im Buch nicht näher genannten Gemeinde ärgert, der nicht wirklich mit dem Volkssport Nummer eins zu konkurrieren vermag, zum anderen Heinz Ackermann, an dessen Grundstück der Bolzplatz grenzt und der vor Wut alle diese Grenze überfliegenden Bälle bei sich behält, was einen flüssigen Ablauf einer jeden Party zumindest erschwert. Neben dem halben Dorf als anonymer Fan und meist enttäuschter Zuschauer, sind das nur zwei der Protagonisten. Weitere wären beispielsweise der unglückliche Stürmer Julian Hebelmayer, sein halbrussischer Nebenmann Dimitri Schlunski, der zeitweise einhändige Torwart Thorben Hoppemann, natürlich Trainer Jens Kolkokowsky, sowie Manager Peter-Ulrich Lohmann, um nur einige zu nennen. Fehlen darf natürlich in diesem Sport auf keinen Fall der in der Provinz einsame und einzige Hooligan Matthias Sanftmann, der nur selten jemanden zum Verprügeln findet. Und so vergehen die Sonntage mehr oder weniger vergnüglich und es stellt sich nicht wirklich die Frage nach irgendeinem sportlichen Erfolg.

sonntagmorgens in der provinz von r. e. brosa

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Buchdetails

Buchkategorie/Genre: Humor, Comedy & Satire

Taschenbuch

ISBN: 978-3-949234-65-1
Seitenzahl: 146
Verlag: I.C.H. Verlag
Erscheinungsdatum: 02.2026
Preis: 15,40 Euro

Über den Autor

Name des Autors:
R. E. Brosa

Der Autor im Social Media:
Instagram: @r.e.brosa
YouTube: @REBrosa2026

Mehr Informationen zum Autor:
1963 in Bremerhaven geboren. Dort die gesamte Schulzeit mit Lernen verbracht, einen ‚ordentlichen‘ Beruf (Verlagskaufmann) erlernt und danach den Zivildienst absolviert.
1986 Studium der VISUELLEN KOMMUNIKATION in Hildesheim.
1990 Umzug nach Bremen. Da als Grafiker in diversen Werbeagenturen tätig gewesen. Seit 1997 in einem Handelshaus für Elektronik als Grafiker und Produktioner tätig.
Wohnhaft in Bremen.

Leseprobe

DIN-Norm 
 
Der Anpfiff des heutigen Sonntagspiels verzögert sich um einige Minuten. Der Grund hierfür hat nichts mit der Anreise der gegnerischen Mannschaft mit der Bahn zu tun, sondern damit, dass alle Spiele ab sofort nach der neuen DIN-Norm 428 abgehalten werden müssen. Und das benötigt eine längere Vorbereitungszeit. So besagt § 1, dass, um Gewalttätigkeiten seitens der Sportler zu vermeiden, jeder Spieler unmittelbar vor dem Spiel ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen muss. Dieses wird einem Beamten, der in der Umkleidekabine stationiert ist, ausgehändigt, der es gewissenhaft kontrolliert. Und das kostet Zeit. Erst wenn dessen „Okay“ erklingt, dürfen die Spieler den heiligen Rasen betreten.
Dann ist es endlich soweit: Das Spiel kann beginnen! Schiedsrichter Michael Wellenbrecher legt den Ball auf den mittleren Punkt. Ein Notar prüft, ob dieser auch exakt so liegt, wie es in § 2 beschrieben ist. „Alles in Ordnung!“, sagt er dann, hofft dabei einen sportlichen Ton getroffen zu haben und verlässt in Beamtengeschwindigkeit das Spielfeld.
Nach dem Anpfiff in Dur (§ 3) führt Julian Hebelmayer den ersten Schuss aus. Gut so. Der Ball erreicht eine Geschwindigkeit von 21 Stundenkilometern, was nach § 4 der DIN-Norm 428 noch vertretbar ist. Allerdings landet er leider jenseits der Außenlinie.
Ingo Lindow von der gegnerischen Mannschaft ist für den Einwurf zuständig. Da die Flughöhe des Balls beim Einwurf nicht unter einem Meter achtundsiebzig aber auf keinen Fall über zwei Meter dreiundneunzig liegen darf, ist an jeder Außenlinie mindestens ein vereidigter Beamter positioniert, der penibel die Höhe des geworfenen Balles kontrolliert. Der bestätigt ebenfalls mit einem lauten „Okay!“, das auch international zu verstehen ist, die Einhaltung dieses Paragrafen.
Nach drei Stunden und 67 Minuten endet das Spiel.

Der Verlag

Webseite: I.C.H. Verlag

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