Rebellin im Sturm: Helgolandhistorie von Simone Gütte

»Halte ein, Sturm in deiner Macht!«

Helgoland 1720/21: Gesa Christiansen wartet auf die Rückkehr ihres Mannes Hinnerk aus dem Nordmeer. Als der Walfänger Ole Sprinkholt in die Klippen gesperrt wird, begibt sie sich zu ihm, um etwas über Hinnerks Verbleib zu erfahren. Doch der Gefangene hat sein Gedächtnis verloren. Nur ein Spruch begleitet ihn, mit dem er angeblich Stürme zähmen kann.
 
Als ein Inspektor auf der Insel erscheint, wendet sich das Blatt: Ist Ole in einen Mordfall verwickelt? Wie hängt die Tat mit Gesas verschollenem Mann zusammen?

Währenddessen rollt eine Sturmflut auf die Insel zu und droht, die Klippen zu überfluten. Gesa muss sich über ihre Motive klar werden. Warum riskiert sie ihr Leben für den Fremden? Und hilft der Bann, den Sturm aufzuhalten?
 
Rebellin im Sturm – mit Herz in der Hand

Rebellin im Sturm von Simone Gütte

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Buchdetails

Buchkategorie/Genre: Historische Romane, Romane & Erzählungen

Taschenbuch

ISBN: 978-3695119004
Seitenzahl: 264
Verlag: BoD – Books on Demand
Erscheinungsdatum: 06.03.2026
Preis: 15,00 Euro

E-Book

ISBN: 978-3695776528
Verlag: BoD – Books on Demand
Erscheinungsdatum: 06.03.2026
Preis: 5,99 Euro

Über die Autorin

Name der Autorin:
Simone Gütte

Webseite der Autorin:
www.simoneguette.com

Die Autorin im Social Media:
Author Central: www.amazon.de/Simone-Gütte
Instagram: @simone_guette_autorin
Facebook: www.facebook.com/SimoneGuette

Mehr Informationen zur Autorin:
Simone Gütte wurde 1967 in Zittau geboren und lebt seit 1982 in der Region Hannover. Bereits seit frühester Jugend schreibt sie leidenschaftlich gern. Waren es früher Märchen und Reiseerzählungen, gehören heute zeitgenössische Frauenromane, Fantasy, Historie und Kurzgeschichten zu ihrem Genre. Bisherige Veröffentlichungen: 2014 »Louises Wege«, »Schattensprünge sind nicht die leichtesten«, 2017 CD »WORT-KLÄNGE Musik & Geschichten« mit Andy Gütte, 2018 »Karmageister«, 2021 »Die Geschenke meiner dunklen Seele«, 2023 »Der Dorn der schwarzen Rose«. Mit »Rebellin im Sturm« erscheint 2026 ein historischer Roman, der auf Helgoland zur Zeit der Sturmflut anno 1720/21 spielt. 

Seit 2013 ist Simone Mitglied beim Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. (BVjA).

Beruflich hat sie ihre Ausbildungen als ReNo-Fachangestellte und Gepr. Personalfachkauffrau (IHK) abgeschlossen. Bücherliebe und Personalarbeit – beides verbindet sie als Personalsachbearbeiterin in der Stadtbibliothek Hannover.

Leseprobe

Kapitel 1 – Das Warten kennt kein Ende

Das Erste, was Gesa von der Klippe aus sah, war ein wuchtiges Holzfass, das auf den Gischt sprühenden Wellen tanzte. Gespaltene Bretter und abgebrochene Schiffsmasten begleiteten es, Taue und Takelage drehten sich in den Wogen.
Gesa trat einen Schritt näher an den Klippenrand und richtete ihren Blick auf den mit Schaumkronen besetzten Horizont. Sie zog ihre Wollstola fester um die Schultern und rieb sich die fröstelnden Arme. Der Wind trieb dunkelgraue Wolkenberge vor sich her und schickte eisige Kälteschauer über die roten Klippen. Ihr Rock bauschte sich, das Unterkleid flatterte. Sie versuchte, den Stoff über ihre Beine zu ziehen, aber das nutzte nichts.
Tief sog sie die salzige, algengeschwängerte Luft ein. Sie beschattete ihre Augen und spähte, so gut es die Sicht zuließ, über das schäumende Meer. Im Westen bäumten sich glitzernde, weiße Wellenberge auf und rollten wie eine Wand auf das Eiland zu. Außer Fässern und Planken trieb nichts im Wasser. Hatte der Steuermann die Sandbänke nicht beachtet, als er sich Helgoland näherte? Wo war die Mannschaft, die zu den Wrackteilen gehörte, abgeblieben? Hatte sie sich in die Boote retten können?
Weitere Fässer hopsten auf den Wellen. Gesas Herzschlag beschleunigte sich. Jetzt war es eindeutig. Sie stammten von einem Walfänger. Es waren dreibandig beschlagene Eisenfässer, groß genug, um darin Tran und Speck aufzubewahren.
Ungeduldig wischte sie eine ihrer Haarsträhnen aus dem Gesicht, die sich unter der Haube gelöst hatte. Was bedeutete das für Hinnerk? Gehörten die Wrackteile zur Brigg Marina, auf der er angeheuert hatte?
Sie stieß einen tiefen Atemzug aus. Nein, wäre Hinnerk Steuermann der unglückseligen Brigg gewesen, wäre das Schiff jetzt noch intakt. Er kannte sich aus in den heimatlichen Gewässern.
Er kommt nicht, heulte der Wind in ihren Ohren, nein, auch dieses Jahr nicht. Erneut würde sie den Heiligen Abend ohne Hinnerk, nur mit ihrer Familie, verbringen.
Unterdessen waren die Helgoländer auf das Treibgut, das die Wellen mit sich trugen, aufmerksam geworden. Sie sammelten sich unten am Strand. Die Gelegenheit, die angeschwemmten Wrackteile als Feuerholz zu verwenden, wollten sie sich keinesfalls entgehen lassen in diesem kalten Dezember. Sie mussten schnell sein, um das Holz zu bergen. Denn zuerst gehörte es dem dänischen Landvogt.
Mit Freude beobachtete sie, wie ihre Landsleute das Holz in Körben oder auf ihren Rücken geschultert davontrugen.
Sie nahm sich vor, Elsie zu fragen. Die alte Wirtin des Herrenkrugs wusste immer alles. Außerdem war es weit nach Mittag, dem Sonnenstand nach zu urteilen. Elsie brauchte ihre Hilfe an diesem Weihnachtsabend.
Sie hielt auf die hölzerne Treppe zu, die sich an der Ostseite der Klippen befand. Ihre Schritte wurden schneller, als sie an der Weide vorbeikam, auf der im Sommer Schafe und Kühe grasten. Um diese Jahreszeit harrten die Tiere in den Ställen aus, die dicht bei den Wohnhäusern standen. Sie hastete an den Gärten vorbei, in denen sonst Gemüse, Kartoffeln und Gerste wuchsen.
Am oberen Treppentor hielt sie kurz inne. Sie nickte dem Wachposten zu, der sich den Hut tief in die Stirn gezogen hatte und sich die kalten Hände rieb. Zwei Abgänge führten ins Unterland, einer zum Nordhafen, der andere zum Südhafen. Noch herrschte reges Kommen und Gehen. Jeder, ob Bauer, Fischer oder Handwerker, wollte vor dem Weihnachtsabend sein Werk verrichtet wissen. Gesa sprang zur Seite, als ihr zwei dänische Soldaten, beladen mit Proviantsäcken, keuchend entgegenkamen. Sie ließ sie passieren und nahm die südwärts gelegene Treppe ins Unterland.
Sorgsam achtete sie auf ihre Schritte. Und das nicht nur wegen des Windes, der an ihren Kleidern zerrte, sondern weil der Weg auch ohne Sturm seine Tücken barg. So mancher, der zu eilig hinabgestiegen war, hatte sich auf den ausgetretenen Stufen die Arme und Beine grün und blau geschlagen.
»Sechs Monate dauert eine Fahrt, hast du gesagt«, murmelte sie vor sich hin.
Sie war Warten gewohnt. Seit seinem zwölften Lebensjahr fuhr Hinnerk zur See. Als sie ihn kennengelernt hatte, war er bereits Vollmatrose auf einem Schoner. Aber dann sprach es sich auf der Insel herum, dass mit dem Walfang einträgliche Geschäfte zu machen seien. Vier Grönlandfahrten hatte er bereits hinter sich, hatte es bis zum Zweiten Steuermann gebracht und galt als erfahrener Walfänger.
Traditionsgemäß hatte er den Petritag, den 22. Februar, gewählt, um gemeinsam mit acht Helgoländer Fischern den Hamburger Hafen anzusteuern. Von hier, aber auch von Amsterdam und Kopenhagen aus, brachen die Walfangschiffe in die Davisstraße auf.
Gesa hatte nur eine vage Vorstellung, wie die Schiffe dort hingelangten. Hinnerks Erzählungen zufolge segelten sie bis zu den Shetlandinseln an der Südspitze Grönlands. Die neu erschlossene Davisstraße war für die Seefahrer noch weitgehend unbekannt, was das Fahrwasser und die Eisbeschaffenheit angingen. …

Der Verlag

Webseite: www.bod.de
Instagram: @booksondemand

Weitere Bücher des Verlags:
BoD – Books on Demand

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