en Contra: Flamenco in 1000 Farben von Maria Elena Tafuri

Zwei Städte, die sich wie Gegensätze gegenüberstehen und doch denselben Ursprung teilen: Neapel und Cádiz. Zwei Küsten, zwei Lichter, zwei Temperamente, verbunden durch das Meer, durch Geschichte, Schmerz und Gemeinschaft. Zwischen Neapel, der Oper, der Bindung an ihre Familie und ihrer großen Liebe, spürt Alba das unaufhaltsame Ziehen Andalusiens. Flamenco. Nicht allein als Tanz, nicht nur als Musik, sondern als Haltung, sowie inneres Brennen, als Zustand des Seins. Eben dieser Duende – jenes Unbenennbare – das sich in Blicken, im Schweigen, im Stolpern und im Wiederaufstehen zeigt. Diese Geschichte spielt in sechs Akten und erzählt von der Poesie des Flamenco selbst: EN TIEMPO – EN CONTRA. Ein Tanz auf der Schwelle zwischen Abschied und Neubeginn.

Jetzt kaufen bei …

Buchdetails

Buchkategorie/Genre: Liebe, Romantik & Erotik, Musik, Kunst & Kultur, Reisen, Länder & Städte, Reiseromane, Romane & Erzählungen

Taschenbuch

ISBN: 978-3565319398
Seitenzahl: 130
Verlag: epubli
Erscheinungsdatum: 13.03.2026
Preis: 8,99 Euro

E-Book/Kindle Ausgabe

ISBN: 978-3565320424
ASIN: B0GSHD89YP
Verlag: epubli
Erscheinungsdatum: 13.03.2026
Preis: 5,99 Euro

Über die Autorin

Name der Autorin:
Maria Elena Tafuri

Die Autorin im Social Media:
Author Central: www.amazon.de/Maria-Elena-Tafuri
Instagram: @mariaelenatafuri_autorin
Facebook: www.facebook.com/mariaelena.tafuri

Mehr Informationen zur Autorin:
Maria Elena Tafuri, geboren 1979 in Düsseldorf als Maria Elena Rodriguez Guzmán, wuchs zwischen zwei Städten und zwei Kulturen auf. Dort, wo der Rhein fließt, begann ihr Leben, geprägt von spanischen Wurzeln aus Madrid, doch seit ihrem achten Lebensjahr schlägt ihr Herz in Hannover. Heute lebt sie dort mit ihrer Familie, verheiratet und Mutter zweier erwachsener Kinder. Sie ist als Chef-Sekretärin an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) tätig. Mit der Novelle „en Contra – Flamenco in 1000 Farben“ betrat sie erstmals die literarische Bühne und machte aus Worten, was zuvor in ihr gereift war. Der Flamenco jedoch ist mehr als ein literarisches Motiv: Er ist gelebte Erfahrung. Maria Elena schreibt nicht nur über den Tanz – sie tanzt ihn selbst seit vielen Jahren. Auf kleinen und großen Bühnen, in der Oper und in Theatern. Dort bringt sie Rhythmus, Kraft und Emotion zum Ausdruck und findet in der Bewegung eine zweite Sprache. Ihre tänzerische Heimat ist der Flamencoverein Andalusien e. V. in Hannover (www.flamenco-arte.de), wo Kunst, Herkunft und persönlicher Ausdruck miteinander verschmelzen und der Tanz zur Sprache wird. Inzwischen verbindet Maria Elena Sprache und Tanz zu einer authentischen künstlerischen Handschrift. Auf der Bühne, auf dem Piano wie auf dem Papier entstehen Geschichten voller Intensität, Identität und Lebenslust, die berühren und neue Perspektiven eröffnen.

Leseprobe

Neapel im Jahre 1995.

Noch zwei Minuten. Hinter der Bühne atmete der Raum schnell. Stoff raschelte, Absätze klackten, Stimmen schnitten sich gegenseitig ab. Hände griffen nach Reißverschlüssen, nach Schultern, nach Haut. Jemand zog Albas Kleid nach unten, eine andere kniete vor ihr und löste die Riemen der Schuhe mit geübten Fingern.
Das Licht war gelb und müde, hing tief unter der Decke und machte alles weicher, als es war. In der Luft lag ein dichter Geruch aus Puder, Haarspray, Staub und dem alten Holz der Bühne – ein Geruch, der blieb, selbst wenn man ging.
»Wasser«, flüsterte Alba. Die Flasche war kalt. Sie trank zu hastig, verschluckte sich fast, spürte, wie die Kälte sich durch Brust und Rücken zog. Die Tänzerin neben ihr sah sie an, als sähe sie etwas Unantastbares. Alba griff nach der weißen Bata de Cola (Schleppenrock). Der Stoff glitt schwer über ihre Beine, kühl, lebendig.
»Die Weißen«, sagte sie leise und deutete auf die Schuhe. Während man ihr die Riemen band, hob sie den Blick zum Spiegel. Er zeigte keinen Glanz, keine Bühne, nur diesen schmalen Raum, diese Enge. Alles wirkte klein, fast zufällig. Als hätte man es nur für den Moment zusammengebaut. Und dahinter: Das Teatro di San Carlo. Neapels Oper. Gold. Samt. Stuck. Ein Raum, der Abstand hielt. Selbst voll war er nie nah. Neapel liebte das Große, das Überschäumende. Flamenco war hier ein Gast, ein Fest, ein Exot.
Und Alba Rodríguez Montoya – La Spagnola – war ein Name, den man rief. Alba musterte sich nachdenklich im Spiegel. Kleid sitzt. Schuhe fest. Haare glatt. Blume fest. Ihr Herz schlug bis in die Kehle. Von draußen hörte sie die Gitarre. Guajira (Flamencostil mit kubanischen Einflüssen). Offen. Wartend.
»Ich muss raus.« Sie nahm den rosa-goldenen Fächer, hob mit der rechten Hand die Bata an und schob sich an den anderen Tänzerinnen vorbei. Verwunderte Blicke. Bewunderung. Ungläubigkeit. Wie sie es immer schaffte, sich in Minuten neu zu erschaffen. Hinter dem schwarzen Vorhang blieb sie stehen. Der Gesang setzte ein. Siete, ocho, nueve y diez… Un, dos (sieben, acht, neun und zehn… eins, zwei)…
Sie legte die Bata hinter sich ab wie einen Schatten, atmete ein, öffnete den Vorhang. Der Applaus traf sie wie Wind. Laut, warm, fordernd. Pfiffe, Rufe, Hände. Noch bevor sie
sich bewegte. Der Raum nahm sie nicht – er trug sie.
Alba glitt über den Boden. Der Applaus zog sich zurück, wurde vom Compás (Rhythmus) verschluckt. Gesang, Gitarre, Cajon, Palmas verschmolzen.

Sie hob den Fächer.

Clac.

Ein Schritt. Die Bata folgte, schwer, eigenwillig. Der erste Marcaje war ruhig, fast spielerisch. Die Guajira öffnete sich, breitete sich aus wie Licht. Ein Blick zur Gitarre. Ein Nicken. Alba drehte sich, öffnete den Fä-cher, ließ Luft über ihr Gesicht streichen. Mit jedem Schritt dehnte sich ihr Körper. Müdigkeit verschwand nicht – sie spannte sich, wurde Kraft.
»¡Ay…!« Der Ruf schnitt ihr ins Herz. 

Zapateado (Fußarbeit). Klar. Präzise. Der Boden antwortete. 

Die Bata schlug auf, weiß leuchtend.

Eine Drehung.
Ein Stillstand.
Ein Blick.

Stille.
Ein Herzschlag.
Zwei.
Und der Saal explodierte.

Der Verlag

www.epubli.com

Weitere Bücher des Verlags:
epubli

Jetzt kaufen bei …

en Contra: Flamenco in 1000 Farben von Maria Elena Tafuri
Teile diese Buchvorstellung

Über diese Buchwerbung

Urheberrecht: Die auf dieser Webseite veröffentlichten Inhalte und Werke unterliegen dem Urheberrecht und wurden mit der Genehmigung des jeweiligen Rechteinhabers auf dieser Seite veröffentlicht.
Links: Die Links auf dieser Website sind u. a. Werbelinks (Affiliate-Link), die auf die Buchseite des jeweiligen Online-Shops führen können. Es ist davon auszugehen, dass jeder Link ein Affiliate-Link ist oder sein kann. Den Nutzern entstehen dadurch keinerlei Nachteile.

Schreibe einen Kommentar

dreizehn − zwei =