Drachenlied: Das Tor von Jo Brode

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Stell dir vor, du wirst 15 und dein bisheriges Leben geht in Flammen auf.

Jon dachte, er wäre ein ganz normaler Teenager. Bis er erfährt, dass er ein Halbelf ist. Und dass er das Tor zur Elfenwelt Dvor öffnen muss, um seinen Vater zu retten. Gemeinsam mit seinen Freunden Paul und Shirin macht er sich auf die Suche nach dem verschwundenen Torschlüssel. Was Gegner aus beiden Welten um jeden Preis verhindern wollen …

Ein coming-of-age Abenteuer über Freundschaft, Mut, einen Hauch erste Liebe – und die Frage, wohin man wirklich gehört.

drachenlied das tor von jo brode

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Buchdetails

Buchkategorie/Genre: Fantasy & Romantasy, Jugendbücher

Taschenbuch

ISBN: 978-3982272962
Seitenzahl: 494
Verlag: Selfpublishing
Erscheinungsdatum: 01.06.2026
Preis: 16,00 EUR

Kindle Ausgabe

ASIN: B0H3J72TF9
Verlag: Selfpublishing
Erscheinungsdatum: 01.06.2026
Preis: 4,99 EUR

Über die Autorin

Name der Autorin:
Jo Brode

Webseite der Autorin:
www.jobrode.com/

Die Autorin im Social Media:
Instagram: @jobrode_autorin

Mehr Informationen zur Autorin:
Jo Brode schreibt Romane und Kurzgeschichten im Fantasy und Science-Fiction Bereich. Ihr vorletzter Roman „Leuchten des Universums“ (2025) , gemeinsam geschrieben mit der Autorin Michaela Meyer, wurde für den Indie-Seraph 2026 nominiert.
Jo trägt lieber Gummistiefel als High Heels, hat einen Motorsägenschein und kann (inzwischen) auch Texte rigoros kürzen. Sie lebt mit ihrer Familie und einer sehr belesenen Gruppe von Hühnern in Schleswig-Holstein.

Leseprobe

Die Tür fiel mit einem leisen klack hinter ihnen ins Schloss. Durch die großen Scheiben mit der Aufschrift

Aznárs Handel und Wandel
Magie für jedermann. Tränke, Flüche, Artefakte
Große Auswahl, faire Preise
Zutritt ab 18 Jahren

fiel kaum Licht herein, trotzdem konnte Jon im Halbdunkel Pauls Grinsen sehen. Der Laden war dämmrig und ziemlich vollgestopft, genauso, wie er ihn sich vorgestellt hatte. Seine Sneaker versanken in einem dicken Teppich mit verschlungenem Muster. Dunkle Regale säumten die Wände, Glasvitrinen und alte Möbel waren im ganzen Raum verteilt.
Zwei Männer beugten sich murmelnd über einen Gegenstand auf dem Verkaufstresen. Der eine war kräftig gebaut und stand mit dem Rücken zu ihnen, der andere, ein großer, hagerer alter Mann in einem schwarzen Anzug, musste Aznár sein. Keiner von beiden beachtete sie.
Jon warf einen Blick über die Schulter. Fist, der schrankgroße Türsteher, hatte seine Position vor der Tür wieder eingenommen. Sein breitschultriger Rücken verdeckte die Scheibe. Um in den Laden zu kommen, hatte Paul sich einen wirklich simplen Vorwand ausgedacht, aber Fist hatte ihn geschluckt. Und hier waren sie nun, am verbotensten Ort von ganz Storberg.
»Na, was hab ich dir gesagt?« Pauls Ellenbogen traf Jon in die Rippen. »Ich hab die Wette gewonnen«, wisperte er.
»Hast du«, gab Jon leise zu. Er hatte gerade die Holzregale an der gegenüberliegenden Wand entdeckt. Darin waren Bücher mit ledernen Buchrücken und bunte Flaschen mit verschiedenen Beschriftungen untergebracht. Hinter der Anordnung schien irgendein System zu stecken, aber er konnte nicht erkennen, welches. Über Gedankenwürmer und wie man sie loswird, las er auf einem Buchrücken. Express Fingernagelwuchs für Saitenspieler stand auf einer durchsichtigen Flasche mit violettem Inhalt, Liebespein in verzerrten roten Buchstaben auf einem giftgrünen Flakon. Sollte das Getränk Liebeskummer auslösen oder ihn bekämpfen?
Paul blieb vor einer der Vitrinen stehen und starrte auf die Uhr, die dort auf einem Samtkissen lag. Eine Taschenuhr mit verschnörkelten Zeigern aus – Jon ging näher heran – Spinnenbeinen? Zumindest sahen die Zeiger so aus. Das Zifferblatt war von einem tiefen Schwarz und die silbrig glitzernden Zahlen wirkten trotz ihrer Winzigkeit grob und kantig, als hätte sie jemand mit scharfen Krallen eingeritzt. Ein leichtes Frösteln lief Jon über den Rücken. Zeit(m)esser stand auf einem Schild vor dem Samtkissen. Preis auf Anfrage.
»Großartig«, murmelte Paul.
»Hm«, machte Jon. Der Zeit(m)esser zeigte kurz nach halb fünf an. Mist. Er durfte nicht schon wieder zu spät zum Training kommen.
Jon entzifferte die Etiketten der Fläschchen, überflog weitere Titel der Buchrücken. Die Themen waren bunt gemischt und manche waren in Sprachen verfasst, die er nicht kannte, aber ein Titel fiel ihm auf – Drachen: Mythos und Wahrheit. Er verdrehte die Augen. Klar, Drachen durften natürlich nicht fehlen.
Pauls und seine Heimatstadt Storberg war klein und abgelegen, und abgesehen von einem mittelalterlichen Stadtkern hatte sie nur wenig zu bieten. Deshalb setzte die Stadtverwaltung voll auf ihren Ruf als Hort der Märchen und Sagen. Das Finstere Viertel war das Herz dieses Marketingkonzepts. Hier gab es Händler, die Wunderheilungen und Liebestränke anboten, Kräuterladenbesitzerinnen, die sich als Hexen ausgaben, und Kneipen, die wie alte Tavernen gestaltet waren. Die meisten der Storberger Gold- und Waffenschmiede hatten ihre Werkstätten im Finsteren Viertel, und auch Trödel- und Artefaktläden waren hier zu finden.
Aznárs Laden war über die Stadtgrenzen hinaus bekannt für seine besonderen Angebote. Das Gerücht, dass man hier mehr kaufen konnte als nur esoterischen Schnickschnack und billige Antiquitäten, hielt sich hartnäckig. Aber das alles hier war einfach … zu dick aufgetragen. Wenn schon magische Tropfen, dann wären welche mit Lösungen für jede Klassenarbeit für ihn deutlich nützlicher als der ganze andere Kram hier.
»Auf keinen Fall!«, sagte jemand in wütendem Ton.
Jon drehte sich um. Die beiden Männer am Tresen hatten sich aufgerichtet. Der Kunde, der mit dem Rücken zu ihnen stand, legte nachdrücklich etwas auf die Ladentheke, Metall knallte auf Glas. Paul, der ein Buch aus dem Regal zog, erstarrte mitten in der Bewegung.
»Ein völlig unrealistischer Preis, Aznár!«
»Wie du meinst, Maddog.« Aznár hob den Gegenstand des Streits vorsichtig wie einen verletzten Vogel vom Tresen und polierte ihn mit einem Tuch. Es waren zwei Armreife, mehr konnte Jon nicht erkennen.
»So ein Artefakt gehört ins Museum«, sagte der Mann, und Jon wurde klar, wer der erboste Kunde war – Maddog Fjalm, der Zunftmeister der Waffenschmiede. (…)

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