Michaels Flucht von Anette Pieper

Was geschieht, wenn ein Superstar für zwei Tage aus seinem eigenen Leben verschwindet?
Juli 1992. Nach einem Konzert in Köln flieht Michael Jackson vor Paparazzi und dem Druck seines Ruhms. Zufällig findet er Zuflucht bei Nora, einer jungen Hotelangestellten, die ihn gemeinsam mit ihrer Familie in ein abgelegenes Ferienhaus in der Eifel bringt.
Für kurze Zeit erlebt Michael dort etwas, das ihm längst verloren gegangen ist: Ruhe. Nähe. Ein Leben jenseits von Bühne, Hotelzimmern und Kameras.
Doch hinter der scheinbaren Familienidylle verbergen sich Spannungen und alte Verletzungen. Zwischen Nora und ihrer Schwester Simone liegt ein Geheimnis, das bis in ihre Jugend zurückreicht. Inzwischen macht die Presse Jagd auf den Superstar und kommt ihm immer näher.
Dreißig Jahre später kehren die beiden Schwestern in das verlassene Ferienhaus zurück. Die Begegnung mit der Vergangenheit reißt alte Wunden auf — und plötzlich steht die Frage im Raum, was damals wirklich geschah.
War ihr Gast tatsächlich Michael Jackson? Der Streit darüber eskaliert zu einer Generalabrechnung zwischen den Schwestern.
Ein atmosphärischer Familienroman über Ruhm, Einsamkeit, Erinnerung und die Sehnsucht nach einem anderen Leben.

Jetzt kaufen bei …

Buchdetails

Buchkategorie/Genre: Familien- & Gesellschaftsromane, Romane & Erzählungen

Zusätzl. Genre der Autorin: Michael Jackson Roman, Künstlerroman

Taschenbuch

ISBN: 978-3961034970
Seitenzahl: 263
Verlag: Rediroma-Verlag
Erscheinungsdatum: 27.02.2026
Preis: 12,95 Euro

E-Book

ISBN: 978-3961036172
Verlag: Rediroma-Verlag
Erscheinungsdatum: 27.02.2026
Preis: 4,95 Euro

Kindle Ausgabe

ASIN: B0GQPHGX62
Verlag: Rediroma-Verlag
Erscheinungsdatum: 27.02.2026
Preis: 4,95 Euro

Über die Autorin

Name der Autorin:
Anette Pieper

Webseite der Autorin:
www.anette-pieper.de

Die Autorin im Social Media:
Instagram: @anette_pieper_autorin
Facebook: www.facebook.com/anette.avila.7

Mehr Informationen zur Autorin:
Anette Pieper ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und hat viele Jahre im Ausland gelebt, unter anderem in den USA, Costa Rica und Mexiko. Sie war in leitender Stellung für eine deutsche Wissenschaftsorganisation tätig.
Geschichten hat sie immer schon geschrieben, aber erst jetzt die Zeit gefunden, sie auch zu Ende zu erzählen.
Während ihrer Zeit an einer US-Hochschule besuchte sie ein Konzert von Michael Jackson im Madison Square Garden, das sie nachhaltig beeindruckte. Ihr neuer Roman ist eine – rein literarische – Annäherung an den Star.
Anette Piepers Kurzroman „Auf des Messers Schneide“ kam beim Thalia Storyteller Award unter die Top Ten in der Kategorie Lokalgeschichten.
Anette Pieper lebt mit ihrem Mann in Düren.

Leseprobe

Juli 1992: Michael rennt

Ein Mann läuft durch den Flur eines Kölner Luxushotels. Eigentlich liegt seine Suite im obersten Stockwerk mit Blick auf den Dom, dort, wo die Wände mit hellem Damast bespannt sind und die Füße in einem grasartig weichen Teppichflor versinken. Hier unten, im dritten Stock, geht es weniger prächtig zu; dicht an dicht stehen die Türen mit ihren kargen Nummern und den schmucklosen Schlössern. Aber darauf achtet der Mann nicht. Sein schwarzes, langes Haar hüpft auf seinen Schultern und fällt ihm ins Gesicht, als er sich nach seinen Verfolgern umblickt. Niemand zu sehen. Aber wo soll er hin? Dort, ganz vorn, sind die Fahrstühle, drei nebeneinander. Die mittlere Tür öffnet sich, eine junge Frau tritt heraus, schaut ihm entgegen, er gestikuliert, „please wait!“, die Frau sieht ihn an, weicht zurück und drückt auf den Knopf, der die Tür offenhält. Hinter ihm plötzlich der metallene Schlag der Etagentür, die, rasant aufgerissen, gegen den Rahmen schlägt. Stimmen, Rufe, Fußgetrappel. Der übliche Tumult. Der Mann springt in den Aufzug, er ist außer Atem, er ist so viele Treppen hinuntergerannt, die Aufzugtür schließt sich, er ist in Sicherheit, für den Moment.
„Welches Stockwerk?“, fragt die Frau, und gleich auf Englisch, hinterher: „Which floor?“
Er zuckt die Achseln, ratlos, wo soll er hin, wo kann er hin? Oben vor seiner Suite sind Leute, viel zu viele Menschen, seine gesamte Entourage einschließlich Bodyguards hat er in dem Gedränge vor dem Hintereingang verloren, die haben es diesmal nicht geschafft, ihn unbemerkt zurück ins Hotel zu schleusen. Er hat es satt, so satt, so satt! Nicht einmal eine Kirche kann er besichtigen, ohne einen Menschenauflauf zu verursachen; dabei sind es nur ein paar Schritte von seinem Hotel zu diesem Dom, der so berühmt ist. Er wollte unbedingt sehen, wie der Dom von innen aussieht – seine Türme zerschneiden so rücksichtslos den Himmel.
Sie hatten ihn gewarnt, sein Manager, Carl, und sein Sicherheitschef, aber dieses eine Mal schlug er die Warnungen in den Wind. Dass das vermutlich schief gehen würde, war ihm klar.
Er will nicht nach oben, kann nicht zu seiner Suite, die von Paparazzi, Presseleuten, Fans belagert wird. Wie sind die nur hier hinein gelangt? Gemietet hat er den kompletten Flur, aber was nützt ihm das jetzt? Er will nicht hinaus aus dieser kleinen, verspiegelten Aufzugskabine. Hier ist Ruhe.
„Wo möchten Sie denn hin, Mr. Jackson?“, fragt die Frau, die ihren Finger auf einen der Knöpfe hält, damit die Tür sich nicht wieder öffnet, auf Englisch. Sie ist klein, blond, zierlich, trägt Jeans und ein weißes T-Shirt. Plötzlich weiß er, woher er sie kennt. Eine der Kellnerinnen, die ihnen gestern Nacht, nach seinem Konzert in diesem Kölner Stadion, noch Getränke und Obst und Sandwiches gebracht haben. Jetzt erinnert er sich: Sie bat ihn freundlich um ein Autogramm, ganz ruhig und ohne das hysterische Gehabe, das manche Fans an den Tag legen. Er hat gelächelt und auf dem Blatt Hotelbriefpapier, das sie ihm hinhielt, unterschrieben.
Jetzt steht sie hier mit ihm im Aufzug. Was soll er tun? Er lehnt sich an die Wand. Er hat keine Antwort.
„Ich will nirgendwohin“, sagt er mit dieser leisen, fast wispernden Stimme, die eines seiner Markenzeichen ist. „Ich weiß nicht. Oben sind Leute vor meinem Zimmer. Unten in der Lobby alles voll, vor dem Hotel haben sie die Absperrung durchbrochen …“.
Er verstummt.
Die junge Frau überlegt einen Moment und beißt sich auf die Lippen. Den Knopf hält sie weiter gedrückt. Jetzt scheint sie einen Entschluss zu fassen.
„Wissen Sie was? Ich habe mein Auto unten in der Tiefgarage für die Lieferanten und Angestellten. Da kommt so schnell niemand rein. Wenn Sie wollen, bringe ich Sie hier raus. Kein Mensch wird Sie in einem kleinen VW-Polo vermuten.“
Sie spricht flüssig Englisch, mit einem leichten Akzent.
Er überlegt einen Augenblick.
„Okay“, sagt er dann und lächelt ein wenig. „Das ist sehr nett von Ihnen. Vielen Dank.“
Nach einer kleinen Pause setzt er hinzu:
„Ich zahle Ihnen das auch gern.“
Die blonde Frau hebt abwehrend die Hände.
„Um Himmels willen, nein. Ich will kein Geld.“
„Vielen Dank“, sagt er noch einmal, jetzt auf Deutsch. Es ist das Einzige, was er in dieser Sprache sagen kann. Gestern Abend hat er die Worte gerufen, auf der Bühne, hinunter in die tobende Menge. Thank you so much. Vielen Dank.
Die Frau nickt, okay. Sie holt einen Schlüssel aus ihrer Handtasche, steckt ihn in die Leiste mit all den Knöpfen und drückt auf T2. Das untere Geschoss, wo die Angestellten und Lieferanten ihre Plätze haben.
Sie streckt ihm die Hand hin.
„My name is Nora“, sagt sie.
„I am Michael“, sagt er leise, so, als ob nicht alle Welt wüsste, dass er Michael heißt.

Der Verlag

Webseite: www.rediroma-verlag.de

Weitere Bücher des Verlags:
Rediroma-Verlag

Jetzt kaufen bei …

Teile diese Buchvorstellung

Über diese Buchwerbung

Urheberrecht: Die auf dieser Webseite veröffentlichten Inhalte und Werke unterliegen dem Urheberrecht und wurden mit der Genehmigung des jeweiligen Rechteinhabers auf dieser Seite veröffentlicht.
Links: Die Links auf dieser Website sind u. a. Werbelinks (Affiliate-Link), die auf die Buchseite des jeweiligen Online-Shops führen können. Es ist davon auszugehen, dass jeder Link ein Affiliate-Link ist oder sein kann. Den Nutzern entstehen dadurch keinerlei Nachteile.

Schreibe einen Kommentar

sechzehn − 5 =