Was sollen denn die Leute denken…?! von Christine Ehrlich

In der autobiografischen Lebensgeschichte blickt Christine auf ihr Leben zurück, ein Leben voller Schuldgefühle, Ängste, Scham und Reue, aber auch Enttäuschung und Wut. Voller Unmut über den despotischen Vater, welcher zeitlebens keine andere Meinung duldete und sich zum vermeintlichen Alleinherrscher über die gesamte Familie erhob, rechnet Christine nach dessen plötzlichem Tod unerbittlich mit ihm ab.
Immer wieder schwankt sie zwischen Mitleid mit ihrer Mutter und Unverständnis, dass diese sich ein Leben lang ihrem autoritären Mann untergeordnet hat. Mutter und Vater einte über all die Jahrzehnte der stete Kampf nach der perfekten Außenwirkung auf sämtliche Menschen in ihrer Umgebung. Der Titel könnte daher nicht passender sein!
Gleichzeitig zeichnet Christine ein schonungsloses Bild von ihrer kleinen Schwester, deren Leben so vollkommen anders verlief – zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Was sollen denn die leute denken von christiane ehrlich

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Buchdetails

Buchkategorie/Genre: Tagebücher, Bio- und Autobiografien

Taschenbuch

ISBN: 978-3-7581-0279-0
Seitenzahl: 302
Verlag: Verlagshaus Schlosser
Erscheinungsdatum: 23.02.2026
Preis: 15,90 Euro

E-Book

ISBN: 978-3758163753
Verlag: Verlagshaus Schlosser
Erscheinungsdatum: 23.02.2026
Preis: 7,99 Euro

Über die Autorin

Name der Autorin:
Christine Ehrlich

Mehr Informationen zur Autorin:
Christine Ehrlich wurde 1962 in Ostberlin geboren.
Zeitlebens haderte sie mit ihrem Schicksal, von ihren Eltern überaus streng erzogen worden zu sein. Besonders der als übermächtig empfundene Vater und die scheinbar unfehlbare jüngere Schwester machten ihr das Leben schwer.
Im Alter von 63 Jahren beschloss die Autorin, mit der trügerischen Familinidylle aufzuräumen und wagte sich an ihr Erstlingswerk.
Erfrischend ehrlich beschreibt Christine Ehrlich, was sich tatsächlich hinter den Kulissen der nach außen hin so perfekten Familie abspielte. Gleichzeitig deckt sie ihre eigenen Fehler schonungslos auf.
Christine Ehrlich hat drei Kinder und lebt seit einigen Jahren mit ihrem zweiten Mann in einer brandenburgischen Kleinstadt vor den Toren Berlins.

Leseprobe

PROLOG

Krachend fiel die schwere Tür hinter mir ins Schloss. Wie so oft in den letzten Monaten hatte ich die wöchentliche Therapiestunde bei Frau Heumann hinter mich gebracht. Und wieder fragte ich, Christine Ehrlich, geborene Thaler, geschiedene Schmitz, mich nach dem Sinn, denn auch nach den vielen Monaten meiner psychotherapeutischen Behandlung sah ich nicht den geringsten Erfolg. Die düsteren Gedanken passten zu dem grauen Himmel. Die Wolken verdunkelten sich zusehends und ich würde mich beeilen müssen, damit ich trockenen Fußes nach Hause kam. Hätte ich bloß das Auto genommen, aber ich verbrachte in letzter Zeit viel zu viel Zeit auf dem Sofa und hatte den Vorsatz, mich wieder mehr zu bewegen. Der wöchentliche Gang zu meiner Psychotherapeutin erschien mir ideal, die zunehmende Trägheit wenigstens ansatzweise zu bekämpfen. Außerdem konnte ich auf dem Weg meine Gedanken schweifen lassen, was mir zu Hause in Gegenwart meines Mannes Jochen nicht so recht gelingen mochte.
Jochen hatte selbst schwerwiegende gesundheitliche Probleme und ich verspürte immer ein schlechtes Gewissen, ihn mit meinen vergleichsweise banalen Sorgen zusätzlich zu belasten. Natürlich spürte er, wenn es mir nicht gut ging, wenn ich mit mir haderte, und oft genug sprach ich mit ihm auch über die Vergangenheit. Aber Jochen konnte sich oft nicht hineinversetzen in meinen Kummer und betrachtete viele Dinge, die mich belasteten, als bei weitem nicht so dramatisch, wie ich selbst es empfand.
Insbesondere mein Vater schien für Jochen kein Problem zu sein. Dabei war er nicht nur aus meiner Sicht die Ursache all dessen, was mich seit nunmehr 63 Jahren beschäftigte und mein ganzes Denken, Fühlen und Handeln bestimmte. Egal, welches Thema meine Therapeutin anschlug, am Ende landete ich immer und immer wieder bei meinem Vater. Ich konnte es mir selbst nicht erklären, warum mein Vater eine solch immense Macht in meinen Gedanken einnahm und auch Frau Heumann und zuvor andere Therapeuten in der Tagesklinik und während der Rehabilitation versuchten bislang vergeblich, mein Selbstwertgefühl zu steigern.

Als ich in den Hauffweg einbog, fielen die ersten dicken Tropfen auf den Boden. Ein kräftiger Windstoß blies mir ins Gesicht und ich rannte die letzten Meter, um nicht noch den Schirm aufspannen zu müssen, denn der kleine Knirps würde dem aufziehenden Sturm wohl nicht standhalten. Außer Atem stürmte ich den Gartenweg entlang und öffnete die Haustür. Im gleichen Moment klingelte mein Handy, und ich beeilte mich, aus der nassen Jacke zu schlüpfen. Als ich die zitternde Stimme meiner Mutter hörte, wusste ich, dass etwas Schlimmes passiert sein musste. Und meine dunkle Ahnung bestätigte sich sofort, als meine Mutter anfing zu weinen. „Papa ist tot!“ brach es aus ihr heraus. „Kannst du die Grabrede schreiben? Du kannst so was doch so gut! Deine Rede zu unserer Diamantenen Hochzeit war damals so schön.“
Ich war völlig perplex, dass meine Mutter in dieser Situation bereits an die Grabrede dachte, während ich selbst die Nachricht noch gar nicht richtig begriffen hatte. „Mama, Jochen und ich fahren jetzt los und sind in einer halben Stunde bei dir. Bis gleich!“.
Drei Stunden später hatten wir zu dritt bereits den Bestatter aufgesucht, und nachdem alle Formalitäten erledigt waren, war es beschlossene Sache, dass ich meiner Mutter diesen Wunsch nicht abschlagen konnte.
Ich hatte jetzt vier Wochen Zeit… Vier Wochen, um das Kapitel rund um meinen Vater aufzuarbeiten? Vier Wochen, um ihm zu vergeben? Vier Wochen für eine Abrechnung, jetzt wo ich keine Angst mehr vor ihm haben musste? Was schreibt man über einen Despoten? Fragen über Fragen…
Einerseits wollte ich meine Mutter nicht enttäuschen, denn ich wusste, dass sie von mir eine ebenso positive Rede erwartete wie zur Diamantenen Hochzeit fünf Jahre zuvor. Andererseits würde ich erneut nicht meine ehrliche Meinung äußern können, weil es sich einfach nicht gehörte. War ich doch zu nachtragend?
Am meisten beschäftigte mich die Frage, warum ich bisher nicht weinen konnte um meinen Vater. Ausgerechnet ich, die immer sehr dicht am Wasser gebaut hatte. Würde die Trauer noch kommen, wenn ich die Grabrede vollendet hätte? Er war doch schließlich mein Vater…!

Der Verlag

Webseite: verlagshaus-schlosser.de
Instagram: @verlagshausschlosser
Facebook: www.facebook.com/VerlagshausSchlosser

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