Fynn: Das Geheimnis des Kristallgartens von Serafina Chirico

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Ein Stern ist verschwunden. Und irgendwo in der Mondwelt beginnt ein Garten sein Licht zu verlieren.

Als Fynns Sternenanhänger eine geheimnisvolle Botschaft sendet, wissen Fynn und Fiora sofort: Jemand braucht ihre Hilfe.
Ihre Reise führt sie in den Kristallgarten, doch der große Kristall im Herzen des Gartens ist zerbrochen und mit ihm verblasst die ganze Welt.
Fynn möchte helfen. Doch dieses Mal reicht es nicht, mutig zu sein oder die richtige Antwort zu kennen.

Manchmal hilft es am meisten, einfach für jemanden da zu sein.
Ein magisches Abenteuer über Licht und Schatten, das Anderssein und die besondere Kraft, jemanden so zu sehen, wie er wirklich ist.

Buchdetails

Buchkategorie/Genre: Kinderbuch, Fantasy- und Abenteuerbuch für Kinder

Erschienen bei: BoD – Books on Demand

Taschenbuch

ISBN: 978-3-696-35505-0
Seitenzahl: 94
Erscheinungsdatum: 06.10.2026
Preis: 13,99 EUR

Leseprobe

Die Nacht hatte sich wie ein weiches Tuch über Fynns Zuhause gelegt. Draußen funkelten die Sterne am Himmel und der kleine weiße Kater lag zusammengerollt auf seinem Lieblingskissen. Neben ihm schlief Fiora wie immer. Die kleine Stoffmaus hatte die Nase tief in ihr weiches Fell gesteckt und schnarchte leise vor sich hin.
Fynn schlief aber nicht. Er starrte durch das Fenster nach oben zu den Sternen, so wie er es schon seit vielen Nächten tat. Seit seiner Reise durch die Mondwelt, in der er Joe, Tsuki und den großen Hüterbaum Nonno getroffen hatte, sah er die Sterne mit anderen Augen.
Er wusste, dass sie mehr waren als kleine Lichtpunkte. Sie waren Freunde, Erinnerungen und Wegweiser. Und deshalb bemerkte er es sofort: etwas fehlte.
Ein Stern, der immer dort gewesen war, an derselben Stelle, jeden Abend, zuverlässig wie die alte Standuhr im Flur, war verschwunden. Einfach weg. Fynn blinzelte und schaute nochmal genauer hin. Verdutzt rieb er sich die Augen mit einer Pfote. Aber der Stern war nirgends zu sehen.

„Fiora“, flüsterte er leise.
Die Stoffmaus bewegte sich nicht.
„Fiora!“ Er stupste sie sanft mit der Nase an.

„Hmm?“ Fioras Knopfaugen öffneten sich träge. „Was ist? Ist es schon Morgen? Gibt es Frühstück?“
„Nein, kein Frühstück. Schau mal nach oben.“ Fynn zeigte mit einer Pfote zum Fenster. „Da oben, zwischen dem Großen Bären und dem kleinen Halbmond, was siehst du?“
Fiora setzte sich auf, gähnte herzhaft und kniff dann die Augen zusammen. Sie betrachtete den Himmel eine Weile lang. „Ich sehe Sterne. Viele Sterne. Und den Mond. Und ein paar Wolken.“

„Genau dort.“ Fynn zeigte noch einmal in den Himmel. „Da sollte noch einer sein. Ein kleiner, aber sehr gleichmäßig leuchtender Stern. Er ist immer da. Jede Nacht.“
Fiora sah länger hin, dann wurde ihr Gesichtsausdruck ernster. „Du hast recht“, sagte sie leise. „Da ist nichts.“

„Ein Stern verschwindet nicht einfach so“, sagte Fynn. Er fühlte einen kalten Schauer über seinen Rücken laufen, obwohl es im Zimmer warm war. Ohne es zu merken, legte er seine Pfote auf den Sternenanhänger an seinem Hals, das Geschenk des Sternenhüters Joe. Das warme Licht darin hatte ihn noch nie im Stich gelassen.
Doch als er den Anhänger heute berührte, fühlte er etwas, das er vorher noch nie gespürt hatte: ein leises Zittern oder ein schwaches Flattern.
„Er ist traurig“, murmelte Fynn verblüfft.

Fiora kroch näher heran und betrachtete den Anhänger. „Er leuchtet aber noch“, sagte sie.
„Ja, aber anders als sonst.“ Fynn hielt ihn hoch. Das Licht war nicht mehr das warme, gleichmäßige Glühen, das er kannte. Es flackerte wie eine Kerzenflamme im Wind.
Plötzlich begann sich das Licht des Anhängers auszubreiten. Es kroch die Wand entlang, malte silbrige Muster an die Zimmerdecke und dann formte es etwas. Fynn und Fiora hielten den Atem an. An der Decke erschien ein Kreis aus Sternen, der aussah wie der echte Sternenhimmel draußen, nur kleiner und näher. Und dort, wo einer der Sterne hätte leuchten sollen, war ein dunkler Fleck.
„Der Anhänger zeigt uns, was fehlt“, flüsterte Fiora ehrfürchtig.

„Ja.“ Fynn schluckte. „Und ich glaube, er sagt uns damit, dass wir helfen müssen.“
Fiora sah ihn lange an. Dann nickte sie langsam. „Ein Hilferuf“, sagte sie. „Das hatten wir schon mal.“
„Ja“, sagte Fynn. „Und jetzt braucht wieder jemand unsere Hilfe.“

Der Anhänger leuchtete nun stärker als je zuvor. Das Licht war nicht nur hell, es schien zu leben. Es wuchs und zog sich zurück, formte Bilder und ließ sie wieder verschwinden, ganz so, als wollte es eine Geschichte erzählen.

Fynn und Fiora saßen nebeneinander auf dem Kissen und beobachteten das Lichtspiel an der Zimmerdecke. Die Bilder wurden langsam klarer, als würde jemand an einem Regler drehen und die Schärfe erhöhen.
„Ich erkenne das!“, flüsterte Fynn aufgeregt.

Vor ihnen erschien ein Garten. Aber was für ein Garten das war! Bäume aus purem Kristall streckten ihre glitzernden Äste in die Höhe. Schimmernde Edelsteinblumen öffneten ihre Blüten. Zwischen den Zweigen tanzten winzige Lichtwesen wie leuchtende Glühwürmchen. Und ganz im Herzen des Gartens befand sich ein riesiger, funkelnder, dunkelroter Kristall, der pulsierte wie ein schlagendes Herz.

„Der Kristallgarten“, sagte Fiora ehrfürchtig. „Wir haben ihn gesehen, am Ende unseres letzten Abenteuers.“
„Aber schau“, sagte Fynn leise. „Schau, was passiert.“

Autoren-Infos

Name:
Serafina Chirico

Autorenvita:
Serafina Chirico schreibt Kinderbücher mit Herz und Haltung. Im Mittelpunkt ihrer Geschichten stehen Themen wie Tierschutz, Mitgefühl, Ausgrenzung, Anderssein, Freundschaft und Mut.
Viele ihrer Ideen entstehen aus dem echten Leben. So basiert ihr Debütroman „Fynn“ auf ihrem ehemaligen Straßenkater, während „Leopold und die Glücksritterin“ von einer wahren Begebenheit inspiriert wurde. Auch in ihren Koch- und Back-Mitmachbüchern „Ellas Zauberküche“ und „Ellas Ofenzauber“ verbindet sie vegane Rezepte mit Fantasie, Kreativität und Tierschutz.
Ihre Bücher sollen Kinder und alle, die im Herzen Kind geblieben sind, unterhalten, berühren und sie in ihrer natürlichen Empathie und ihrem Mitgefühl für alle Lebewesen bestärken. Kinder begegnen Tieren oft ganz selbstverständlich mit Offenheit und Mitgefühl. Diese Haltung möchte Serafina bewahren und mit ihren Geschichten stärken.
Serafina Chirico lebt in Mülheim an der Ruhr und engagiert sich neben dem Schreiben ehrenamtlich im Tierschutz.

Webseite:
www.serafinachirico.de

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