Ein Ausflug in den Wald wird für Sunny und ihren Hund Anton zum Abenteuer: Sie verirren sich – und finden einen geheimnisvollen Hinweis. Als Mias Oma verschwindet, machen sich die Freunde mutig auf die Suche.
Ob Anton sie rechtzeitig zu ihr führen kann?
Buchdetails
Buchkategorie/Genre: Kinderbücher
Gebundene Ausgabe
ISBN: 978-3-7581-0288-2
Seitenzahl: 84
Verlag: Verlagshaus Schlosser
Erscheinungsdatum: 20.05.2026
Preis: 16,90 Euro
E-Book
ISBN: 978-3-7581-6376-0
Verlag: Verlagshaus Schlosser
Erscheinungsdatum: 20.05.2026
Preis: 8,49 Euro
Über die Autorin
Name der Autorin:
Renate Cserveni
Die Autorin im Social Media:
Instagram: @autorin_renatecserveni
Mehr Informationen zur Autorin:
Renate Cserveni ist Erstautorin und erzählt mit viel Herz spannende Geschichten für Kinder. Ihre eigenen Erfahrungen mit ihrem Suchhund in einer Suchhundestaffel fließen dabei lebendig in ihre Bücher ein. So entstehen einfühlsame und zugleich abenteuerliche Erzählungen rund um Freundschaft, Mut und das besondere Band zwischen Mensch und Hund.
Leseprobe
Kapitel 1
Es ist späte Nachmittagszeit Ende Juni im Lobauer Wald. Die Sonne schickt lange, müde Strahlen durch die Baumwipfel, und ihr Licht wirkt fast geheimnisvoll, weil es sich mühsam seinen Weg durch die dichten Zweige und dunklen Büsche bahnt.
Die großen Eichen stehen wie stille Wächter am Weg. Ihr Schatten legt sich kühl und ruhig auf den steinigen Pfad, der sich durch den Wald schlängelt. Manchmal hört man nur ein ganz leises Rascheln, als würden sich die Blätter heimlich Geschichten zuflüstern. An anderen Stellen bewegen sich Äste, die neugierig aus dem Gebüsch lugen – wie Finger, die auf etwas zeigen wollen. Aus dem hohen Gras zirpen Grillen ihre kleinen Trompetenlieder, und weit oben singen Vögel, als erzählten sie einander erfundene Abenteuer. Der Wald ist voller Leben und doch ein bisschen geheimnisvoll.
Sunny liebt den Wald, weil es dort immer etwas Neues zu entdecken gibt. Anton, ihr Hund, genießt es ebenso, all die spannenden Gerüche zu erschnuppern, die der Wald zu bieten hat.
Die Lobau eignet sich dafür ganz besonders gut. Der Nationalpark beheimatet unzählige Tier- und Pflanzenarten, denn das gesamte Gebiet ist größer als 3.000 Fußballfelder!
Nicht umsonst nennt man ihn auch den „Dschungel Wiens“ oder den „Wasserwald“. Im Sommer zieht es viele Spaziergänger und Naturfreunde hierher. Sie erkunden die verschlungenen Wege mit dem Fahrrad oder springen an warmen Tagen in die natürlichen Teiche.
Zum Glück leben Sunny und Anton nicht weit entfernt, sodass sie so oft wie möglich gemeinsam im Wald unterwegs sein können. Der Sonntagnachmittag gehört ganz den beiden Freunden.
Sunny ist zehn Jahre alt und ein sehr aufgewecktes Mädchen. Ihre langen blonden Haare trägt sie fast immer zu einem hohen Pferdeschwanz gebunden. Ein frecher Pony fällt ihr in die Stirn, während ein rotes Haarband ihr dichtes Haar zusammenhält. Rot liebt sie über alles, deshalb trägt sie meistens auch ein rotes Halstuch, das locker um ihren Hals liegt. Ihre Mutter Eliane hat es ihr zum Geburtstag geschenkt.
Anton, ihr treuer Begleiter – oder liebevoll „Toni“ genannt –, ist fünf Jahre alt und eine richtig flinke Nase. Es dauert nie lange, bis der wuschelige Vierbeiner mit seinen flatternden Schlappohren alles aufspürt, was verloren gegangen ist. Doch das ist kein Zufall, sondern sein Beruf: Toni ist ein ausgebildeter Suchhund, der Menschen findet. Sunnys Mutter Eliane trainiert jede Woche mit ihm, damit er noch besser helfen kann. Er ist ein anerkannter Held und Anton strahlt vor Stolz über seine besondere Fähigkeit, vermisste Personen aufzuspüren.
„Anton, ich will es nicht laut sagen, aber ich glaube … wir haben uns verlaufen“, zweifelt das Mädchen plötzlich an ihrer Orientierung.
Dabei wirft Sunny ihrem pelzigen Kumpel einen verzweifelten Blick zu. „Also ich habe mich nicht verschnüffelt“, würde Anton am liebsten erwidern, doch stattdessen kommt nur ein leises „Wuff“.
„Ich bin DIR hinterhergelaufen, Anton. Du bist schuld!“, platzt es aus Sunny heraus. Auch wenn sie sonst immer ganz mutig wirkt, fühlt sie sich diesmal unsicher. Es wird viel schneller dunkel, als sie gedacht hat. Doch schon im nächsten Moment bereut sie ihre Worte. Vorsichtig tätschelt sie Anton den Kopf, um sich zu entschuldigen, und schaut sich dabei aufmerksam um.
„Nichts“, flüstert Sunny leise. „Kein Baum, kein Busch und kein Strauch kommen mir bekannt vor.“ Ein tiefer Seufzer entweicht ihr.
Anton möchte das Mädchen trösten. „Ich rette dich, Frauchen!“, würde er sagen, wenn er könnte. Stattdessen wedelt er aufgeregt mit dem Schwanz und fordert Sunny auf, ihm zu folgen.
„Scheint, als könnte es nicht schlimmer werden“, murmelt Sunny und zuckt mit den Schultern.
Während sie Anton hinterhergeht, hebt Sunny immer wieder den Blick nach oben und versucht, durch das dichte Blätterdach zu erkennen, wie dunkel es bereits geworden ist.
„Wenn es noch dunkler wird, sehe ich bald gar nichts mehr. Du musst uns hier schnell rausbringen, Toni“, sagt Sunny verzweifelt, bemüht sich aber, den Mut nicht zu verlieren. Sie vertraut fest auf ihren treuen Vierbeiner und seine besonderen Fähigkeiten.
„Ich mache ja schon so schnell ich kann …“, denkt sich Anton, während seine Spürnase wie auf Schienen den Waldboden absucht.
Plötzlich bleibt er wie aus dem Nichts stehen und schnüffelt erst nach links, dann nach rechts. Auch Sunny erschrickt und bleibt abrupt hinter ihm stehen. Schwänzelnd dreht sich der Vierbeiner im Kreis und schnuppert abwechselnd am Boden und in der Luft.
„Bitte finde den richtigen Weg“, flüstert Sunny und lässt Anton konzentriert arbeiten.
Dieser verweilt auffallend lange an derselben Stelle. Aus dem Rettungstraining ihrer Mutter Eliane weiß Sunny, dass Anton in solchen Momenten kurz davor ist, etwas Wichtiges zu entdecken. Also wartet sie noch ein wenig ab und hofft, dass er gleich die richtige Spur findet.
Tatsächlich dauert es nur wenige Sekunden, bis der schlaue Hund ein Zeichen gibt: „Wuff, wuff, wuff, wuff …“
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