Mini-Interview mit dem Schriftsteller Marcus Paudler

Steckbrief

Name: Marcus Paudler

Herkunft: Speyer

Autoren-Homepage: www.marcuspaudler.de

Instagram: www.instagram.com/marcus.paudler

YouTube: www.youtube.com/marcus-paudler

LinkedIn: www.linkedin.com/in/marcus-paudler

Bücherversum-Interview mit dem Schriftsteller Marcus Paudler vom 11. April 2026.

Lieber Marcus. Danke, dass du dir die Zeit für ein Mini-Interview genommen hast. Das Interview gleicht einem Frage-Antwort-Spiel. Ich stelle dir einige Fragen zu deinen Schreibprojekten und zum Schriftstellerleben und freue mich auf deine Antworten.

Stell dich zunächst einmal bitte den Lesern vor.

„Mein Name ist Marcus Paudler, ich bin Selfpublisher und schreibe seit einigen Jahren vor allem Gay Romance Crime – also Krimis/Thriller mit schwulen Hauptfiguren, die nicht nur spannend, sondern auch tiefgründig sind.

Ich komme aus Speyer, lebe mit meinem Partner zusammen und wir teilen eine große Liebe zu Tieren – zu uns gehören drei Pferde und zwei Königspudel.

In meinen Büchern geht es mir nicht nur darum, Leser zu unterhalten, sondern auch Themen sichtbar zu machen, über die viel zu selten gesprochen wird: zum Beispiel Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen, Brustkrebs beim Mann oder Oberflächlichkeit in der queeren Community.

Außerdem habe ich historische Texte meines schriftstellerischen Vorfahren Anton Paudler neu herausgegeben – Geschichten und Sagen aus Böhmen, die ich vor dem Vergessen bewahren möchte.

Wenn ich nicht schreibe, findet man mich oft in der Natur oder bei unseren Tieren. Dort tanke ich Ruhe, Inspiration und neue Ideen für die nächsten Geschichten.“

In welchen Genres schreibst du?

„Ich bewege mich vor allem im Spannungsfeld zwischen Gay Romance Crime und historischer Literatur.

Mein Herzstück ist Gay Romance in denen sich Spannung und Liebesgeschichte mit ernsten Themen verbinden.

Zusätzlich schreibe ich Lyrik und persönliche Texte, die man vor allem auf meinem Blog und auf meiner Homepage findet.“

Welches deiner erhältlichen Bücher ist das aktuellste und wovon handelt es?

Der dritte Teil mit Julian „Gewagte Entscheidungen – Sein letzter Tanz“ war für mich die größte Überraschung. Ich habe feststellen dürfen, dass ich mich im Bereich „Gay Romance Crime“ sehr wohl fühle. In diesem Roman muss Julian Entscheidungen fällen, die alles aufs Spiel setzten. Sein Leben und seine neue Liebe. Er begibt sich auf eine abenteuerliche Flucht durch Gefühlswelten, Vergangenheiten und finstere Geheimnisse, die sogar den Tod überwinden, aber ihn vor seine schwerste Entscheidung stellen.

Das zu schreiben hat mir besonders gut gefallen. Vor allem ist der Roman so geschrieben, dass er für sich allein stehen kann. Man muss die Vorgänger nicht gelesen haben um ihn zu verstehen. Wenn man jedoch die ersten beiden kennt, bekommt man an der ein oder anderen Stelle einen Aha-Effekt.

Des Weiteren habe ich mit Band III von „Ein deutsches Buch aus Böhmen – Auf den Spuren von Anton Paudler“ mein Herzensprojekt beendet. Es war mir eine besondere Ehre sein Werk von 1894 neu aufleben zu lassen und konnte somit diese historische Literatur an nachfolgende Generationen weiterreichen. 

Woher kommen dir die Ideen zu deinen Werken?

Das ist eine interessante Frage. Oft sind sie einfach da. Ich habe eine ausgeprägte Fantasie. Da kann es schonmal vorkommen, dass ich mitten in der Nacht aufwache und plötzlich ist da eine Idee oder ein Gedanke, den ich dann weiterspinne. Daher habe ich selbst auf dem Nachttisch Stift und Papier. Nicht selten habe ich Ideen zu einem weiteren Buch, wenn ich aktuell an einem schreibe. Das habe ich erst kürzlich erlebt. Als ich an Fall I meiner neuen Krimireihe schrieb, kam mir die Idee für Lucas Trulinskys zweiten Fall und der Titel dazu. Da muss ich aufpassen, dass ich nicht beides vermische. 

Wie kam es dazu, dass du Schriftsteller geworden bist?

Ich bin quasi ins Schriftstellerleben reingestolpert. Geplant war das nicht. Vor über 5 Jahren begann diese Reise. Mir war es damals ein wichtiges Anliegen die Geschichten aus „Schwule sind doch immer nett …“ der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dieser Roman ist autobiographisch und es handelt von vielen Erfahrungen die ich machen musste. Meine Passion war, wenn ich nur einen Menschen erreiche, der erkennt, dass er mit seinen Problemen und Ängsten nicht allein ist, dann war es alle Mühe wert. Es sollte zu der Zeit nur dieses eine Buch geben. Doch als ich es nach draußen gab, entstand in meinem Kopf die Idee für ein weiteres Buch. Ich wollte diese Charaktere nicht mit diesen einen Buch sterben lassen. Das war der Startschuss als Schriftsteller. Inzwischen kann ich auf 7 Buchveröffentlichungen zurückblicken. 

Hast du ein Lieblingsautor oder -Buch?

Patrica Nell Warren, eine grandiose Schriftstellerin. Ich schätze und liebe ihre Werke sehr. Ihr Buch „Torero“ war der Grund warum ich zu schreiben begann. Aber vor allem ihr Werk: „der Langstreckenläufer“ hat mich nicht mehr losgelassen. Es war das erste Buch, dass ich nicht zu Ende lesen konnte, da ich Angst hatte mein vermutetes Ende würde wahr werden. Erst Wochen später las ich die letzten Seiten und war erschüttert das ich recht behalten hatte. Leider verstarb sie 2019. Ich hätte ihr gern ein paar Zeilen zukommen lassen, was ich ihr zu verdanken habe. Aber das war nicht mehr möglich.

Wo oder in welchem Kontext schreibst du am liebsten/besten?

Vor einiger Zeit dachte ich noch, dass es ganz still sein muss zum Schreiben. Keinerlei Ablenkung. So war es bei meinen ersten beiden Romanen. Meinen letzten Roman hatte ich mit Musik geschrieben! Das dass für mich möglich ist, entstand aus der Not heraus. Mein Nachbar renovierte damals seine Wohnung und es hämmerte und klopfte wie am Fließband. Also setzte ich die Kopfhörer auf, Musik an und ich schrieb und schrieb. Eine faszinierende Entdeckung die ich machen durfte. Seitdem höre ich oft Musik, wenn ich schreibe.

Was können die Leser in Zukunft von Marcus Paudler erwarten? Sind weitere Buchprojekte von dir geplant?

Aktuell schreibe ich an einem neuen Roman. Es wird eine „Krimireihe“ die im Allgäu spielt. Ist das Allgäu bereit für einen schwulen Kommissar? Absolut! Hauptkommissar Lucas Trulinskys erster Fall hat es in sich, den es umgibt ihn ein großes Geheimnis, das keinesfalls ans Licht kommen darf. So viel kann ich schon verraten. Wie sich die Charaktere im Laufe des Schreibens entwickeln werden bleibt noch offen. Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren habe ich keinen festen Plan wie die Geschichte oder ein Charakter sein muss. Vieles entwickelt sich erst beim Schreiben. Ich brauche diesen Freiraum der Entwicklung. 

Poesie ist mein stetiger Begleiter, wenn mich die Muse küsst. Inzwischen sind Dutzende Gedichte entstanden. Mein erstes „Frei sein …“ erschien am 22.02.2022. Vielleicht gibt es im Herbst noch ein Gedichtband. Mal schauen. Ich möchte mich diesbezüglich aber noch nicht festlegen und mich unter Druck setzten. 

Des Weiteren betreibe ich seit einem Jahr einen Blog. Die Entstehung hat zwar lange gedauert, aber ich bin sehr stolz darauf. An meinen Blogbeiträgen zu schreiben, macht mir unwahrscheinlich viel Spaß. Inzwischen gibt es die Beiträge auch vertont, von mir gesprochen auf meiner Homepage: https://www.marcuspaudler.de/blog 

Außerdem plane in diesem Jahr mein Buch „Schwule sind doch immer nett …“ als Hörbuch zu veröffentlichen. Ich bin sehr gespannt, wie und ob sich dieses Projekt verwirklichen lässt. 

Wie sieht dein Alltag im Autorenleben aus?

Mein Autorenleben bewältige ich neben einem Vollzeitjob. Es ist eine große Herausforderung alles unter einen Hut zu bekommen. Aber wenn wir etwas mit Leidenschaft tun, dann schaffen wir uns die Zeit dafür. Da ich meine Bücher im Selfpublishing veröffentliche, mache ich alles selbst. Social – Media kostet viel Zeit, daher kommt das Schreiben oft viel zu kurz. Aber ich versuche feste Zeiten einzuplanen, an denen ich schreibe. Es ist ein großer Spagat zwischen Job, privatem und dem Autorenleben. Da braucht es eine gute Struktur und Planung, dass das Autorenleben nicht zu kurz kommt. 

Ich möchte gerne mit einem kleinen Assoziationsspiel das Interview beenden. Was sind deine ersten Gedanken, wenn du folgende fünf Begriffe liest?

Toleranz: Wird oft gefordert, aber nur die wenigsten sind es selbst. Vor allem in der queeren Community!

Soziale Medien: Kosten mich manchmal echt viele Nerven und viel zu viel Zeit!

Buchmarkt: fehlt es an Vielfalt. Um erfolgreich zu sein, muss vieles ähnlich sein. Egal ob Text oder Cover. Das find ich sehr schade. 

Schreibzeit: kommt oft viel zu kurz …

Wohlfühlort: definitiv die Allgäuer Alpen.

Tino von Bücherversum bedankt sich bei Marcus Paudler für das angenehme Interview.

Hast auch du Interesse an einem Mini-Interview? Dann melde dich bei mir, unter info@buecherversum.de.

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